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EGGERSRIET: "Es ist eine Sauerei": Hündeler lassen Kot ihrer Vierbeiner überall liegen

Zwei Anwohnerinnen ärgern sich über Hundehaufen auf den Eggersrieter Strassen. Das Problem nehme langsam überhand. Der Gemeindepräsident widerspricht.
Laura Widmer
Es gab gemäss Mitteilungsblatt vermehrt Reklamationen wegen Hundekot. (Symbolbild: Getty)

Es gab gemäss Mitteilungsblatt vermehrt Reklamationen wegen Hundekot. (Symbolbild: Getty)

Laura Widmer

laura.widmer@tagblatt.ch

Wenn Frau D. spazieren geht, packt sie genügend Plastiksäcke ein. Ihre Runde führt sie mitten durchs Dorf. Häufig findet sie nicht sachgemäss entsorgte Hundehaufen. Das sei in Eggersriet leider keine Seltenheit, sagt die Frau. «Immerhin habe ich mittlerweile Übung im Auflesen, auch wenn ich selber keinen Hund habe.» Bei einem der letzten Spaziergänge musste sie sich neun Mal bücken, um Hundekot mit dem Plastiksack aufzulesen und wegzuwerfen. «Ich will ja nicht Polizist spielen, aber es ist einfach eine Sauerei», sagt sie.

Frau D. ist nicht die einzige, die bei Spaziergängen durchs Dorf Häufchen aufhebt. Frau F. ist die Situation ebenfalls gut bekannt. Sie redet sich in Rage, wenn es um den Hundekot in der Gemeinde geht. «Manchmal findet man Häufchen mitten auf dem Trottoir.» Weshalb Hündeler ihre Pflichten vernachlässigen, indem sie Hundekot einfach liegen lassen, kann sich die Frau nicht erklären. «Das gehört doch einfach zur Hundehaltung dazu.» Auch im Hundegesetz des Kantons St.Gallen ist diese Pflicht unter Artikel 7 festgehalten.

«Viele machen das mit Absicht»

Die Klage der beiden Frauen ist nicht neu. Bereits im vergangenen Oktober berichtete das Tagblatt über Hundekot in der Gemeinde. Eine Verbesserung der Situation habe sich in den vergangenen Monaten nicht eingestellt, sagen die Frauen.

Beide möchten ihren Namen nicht in der Zeitung lesen. Eggersriet ist ein kleines Dorf, man kennt sich. Eine der Frauen fürchtet, dass ihre Haustiere vergiftet werden könnten. Es wäre nicht das erste Mal, dass in der Gegend vergiftete Köder gefunden würden.

Beide Frauen sind mehrfach bei der Gemeinde Eggersriet vorstellig geworden. Frau F. hat Ideen, wie man das Problem in den Griff bekommen könnte. «Eine Möglichkeit wäre, gewisse Gebiete wie das Schulareal oder den Kindergarten einzuzäunen, sodass Hunde nicht mehr unbemerkt dorthin gelangen können.» Ausserdem plädiert sie für eine Leinenpflicht im Dorfkern. «Man könnte sie probehalber für ein Jahr einführen.» Sie erhofft sich davon, dass Hundehalter besser auf ihre Tiere achten. «Die Gemeinde hat aber abgewinkt und die Vorschläge als ‹zu teuer und nicht machbar› bezeichnet», sagt sie. Frau D. glaubt nicht, dass eine Leinenpflicht das Problem lösen würde. «Viele machen das mit Absicht oder sie sind einfach zu faul.» Auch von Tafeln hält sie nichts: «Die hat es jetzt schon. Eine mehr macht auch keinen Unterschied.» Den Frauen ist ihr Frust anzumerken. «Es nervt, dass die Gemeinde nichts dagegen unternimmt», sind sich die beiden einig.

«Das Problem ist nicht akut»

Die Gemeinde möchte zur Situation keine Stellung nehmen. Das Problem ist gemäss Gemeindepräsident Roger Hochreutener nicht akut. Es handle sich dabei um die Vorwürfe einer Einzelperson. Hochreutener merkt ausserdem an, dass in einer ländlichen Gemeinde wohl auch mehr Exkremente von wilden Tieren wie Füchsen oder Dachsen gefunden würden, gerade in waldnahen Gärten. Auch das sei der Frau mitgeteilt worden. «Eggersriet hat nicht mehr oder weniger Probleme mit Hundekot als andere Gemeinden», sagt er.

Ganz aus der Luft gegriffen sind die Vorwürfe der beiden Frauen wohl trotzdem nicht. Im Mitteilungsblatt der Gemeinde vom 9. März schreibt die Verwaltung von «vermehrten Reklamationen», die wegen Hundekot eingegangen seien. Dieser sei im Bereich der Schule, des Kindergartens und der Sportplätze gefunden worden. In der Mitteilung lädt die Verwaltung Hundehalter dazu ein, Hundekot korrekt zu entsorgen und bedankt sich herzlich bei all jenen, die sich korrekt verhalten.

Solange dieser Appell die Hundehalter nicht erreicht, werden Frau D. und Frau F. auf ihren Spaziergängen weiterhin Hundehaufen entsorgen. Die Häufchen einfach liegen zu lassen, kommt für sie nicht in Frage.

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