EGGERSRIET: Das Zeltdorf steht bereit

Das Musikfestival Sur le Lac feiert das Zehnjährige. Aus diesem Grund gibt es an diesem Wochenende zum ersten Mal an zwei Abenden Konzerte.

Adrian Lemmenmeier
Drucken
Teilen
Noch steht die Bühne des Festivals Sur le Lac vor einer Nebelwand. Am Samstag soll gemäss Prognose die Sonne scheinen. (Bild: Urs Bucher)

Noch steht die Bühne des Festivals Sur le Lac vor einer Nebelwand. Am Samstag soll gemäss Prognose die Sonne scheinen. (Bild: Urs Bucher)

Adrian Lemmenmeier

adrian.lemmenmeier@tagblatt.ch

Auf der Eggersrieter Höchi findet am Wochenende zum zehnten Mal das Festival Sur le Lac statt. Woher der Name kommt, lässt sich an diesem trüben Morgen nur erahnen: Vom Bodensee ist hinter den dicken Regenwolken nichts zu sehen, Wasser spürt man vor allem in den Turnschuhen. Die Zelte für Bühne, Bar, Bierstand und Burgerbude sind bereits aufgebaut, stehen aber noch leer wie ein verlassenes Indianerdorf.

Pascal Frei und Christian Rickli führen übers Gelände. Vor zehn Jahren haben sie zusammen mit Freunden das «Sur le Lac» gegründet. «Das erste Mal kamen 350 Leute bei strömendem Regen», sagt Pascal Frei. Heute werden 600 erwartet, die Eintritte sind limitiert. «Wir wollen diesen Abend im kleinen Rahmen abhalten, wie vor zehn Jahren», sagt Frei. Es ist das erste Mal, dass auch am Freitag Konzerte stattfinden. Am Samstag steht das Fest dann einem breiteren Publikum offen. Mit 1500 bis 2000 Zuschauern bleibt es aber überschaubar. «Das Festival lebt von der familiären Atmosphäre», sagt Christian Rickli, der für den Aufbau zuständig ist.

Familiär geht es auch unter den Helfern zu. Vor der ersten Besprechung wird im Backstage-Zelt gemeinsam getanzt, gelacht, geraucht. In Gummistiefeln und gelben Wachsjacken. «Über 250 Helfer packen für das Festival mit an», sagt Pascal Frei. Alle ehrenamtlich. Alles non-profit. Rickli und Frei sind sich einig: Das Festival steht und fällt mit den Helfern, mit der «Familie».

Selbst genäht, geschweisst, gebacken

Bei Liebhabern ist das ­­«Sur le Lac» seit langem bekannt, weit über die Ostschweiz hinaus. Die Frauenzeitschrift «Annabelle» bezeichnete es dieses Jahr als das «vielleicht bescheidenste Festival mit der grosszügigsten Aussicht».

Doch bescheiden sind höchstens die Organisatoren; das Programm kann sich sehen lassen. Am Freitag spielt die deutsche Gruppe Get Well Soon ihren psychedelischen Rock, davor tanzt der Rheintaler Newcomer Crimer. Am Samstag treten unter anderem Young Fathers aus Edinburgh auf. Auch spielen die Londoner Minimal-Band Mount Kimbie und die St. Galler Elektropopper Dachs (siehe Box).

Gelände und Gastronomie bestechen auch dieses Jahr durch Liebe zum Detail: Den Grossteil der Zelte haben die Organisa- toren und ihre Freunde selbst designt, Verbindungselemente selbst geschweisst, den Stoff selbst genäht. Auch beim Essen hat man sich einiges einfallen lassen. So werden in diesem Jahr zum ersten Mal Hamburger verkauft, die ausschliesslich aus selbst gemachten Zutaten bestehen. Von der Fleischmischung übers Brot bis zum Ketchup. Daneben gibt es Falafel, verschiedene Biersorten, einen Drink mit Eggersrieter Zutaten. Auch versprechen die Organisatoren einige Jubiläumsüberraschungen.

www.surlelacfest.ch

Heute Freitag

20.30 Uhr: Crimer (CH)

22.30 Uhr: Get Well Soon (DE)

Morgen Samstag

14.00 Uhr: Dachs (CH)

16.00 Uhr: All xs (CH)

18.00 Uhr: Ulrika Spacek (GB)

20.00 Uhr: Klyne (NL)

22.00 Uhr: Young Fathers (GB)

00.00 Uhr: Mount Kimbie (GB)

01.30 Uhr: Jeans for Jesus (CH) Tickets: Freitag und Samstag 65, Samstag 40 Franken. Es verkehren Nachtbusse in die Stadt.

Aktuelle Nachrichten