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EGGERSRIET: Christoph Bärlocher folgt auf Nino Cozzio im Kantonsrat

Christoph Bärlocher ist im Kantonsrat für Nino Cozzio nachgerückt. Der Akademiker und Unternehmer will sich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einsetzen und das duale Bildungssystem stärken.
Nina Rudnicki
Familienvater, Unternehmer, Parteipräsident und neu auch Kantonsrat: Christoph Bärlocher. (Bild: Urs Bucher)

Familienvater, Unternehmer, Parteipräsident und neu auch Kantonsrat: Christoph Bärlocher. (Bild: Urs Bucher)

Nina Rudnicki

redaktiongo@tagblatt.ch

Der CVP beigetreten ist Christoph Bärlocher 2010, weil Nino Cozzio ihn damals überzeugte, politisch aktiv zu werden. Nun ist der 38-Jährige für den im September verstorbenen Politiker im Kantonsrat nachgerückt. "Aus diesem Grund in die kantonale Politik einzusteigen, ist für mich traurig. Aber auf die neuen Aufgaben freue ich mich dennoch", sagt Bärlocher.

Im Kantonsrat hat er sich der Wirtschaftsgruppe angeschlossen und möchte sich für attraktive Rahmenbedingungen für Unternehmen und die Bevölkerung einsetzen. Familien und Bildung sind ihm wichtig. "Mit dem Medical Master lässt sich beispielsweise die Attraktivität unserer Region steigern. Das zieht viele Auswärtige an und behält die Jungen in der Region", sagt er.

Eine politisch aktive Familie

Wichtig ist ihm auch, das duale Bildungssystem zu erhalten und stärken. Dieses dürfe auf keinen Fall gegen die Maturitätsquote ausgespielt werden. Es brauche ein durchlässiges System, dass jedem unabhängig von seiner Berufsausbildung Weiter- und Fortbildungen ermögliche. Und bezüglich Familienpolitik sagt Bärlocher: "Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss gefördert werden. Es braucht flexible Lösungen wie Eltern- statt nur Mutterschaftsurlaub."

Christoph Bärlocher ist dreifacher Familienvater, selbst Drilling, Bauunternehmer, Eggersrieter und davor Ur-St. Galler. Aufgewachsen ist er in Rotmonten, sein Vater war CVP-Kantonsrat, sein Grossvater CVP-Stadtparlamentarier. Bärlocher selbst ist nebst seinem neuen Amt als Kantonsrat seit 2016 Präsident der CVP Ortspartei Eggersriet. Politisch aktiv wurde er erst vor sieben Jahren, als er in die Ostschweiz zurückkehrte.

Bis dahin hatte er in Fribourg gelebt und an der Universität als Assistent gearbeitet. In Fribourg hatte er bereits Wirtschaft studiert und im Bereich Non-Profit-Management doktoriert. "Ich habe mich schon immer für Stiftungen, Genossenschaften und für Organisationen interessiert, deren Grundgedanken von der Norm abweichen. Mein Professor hat mich dann zu der Doktorarbeit ermutigt", sagt er. Trotz gut angelaufener Uni-Karriere war er froh, als er von seinem Vater und Onkel das Angebot bekam, in das Familienunternehmen, die Baugeschäft Bärlocher AG, einzusteigen. "Ich habe gemerkt, dass es mir nicht lag, alleine an meinem Schreibtisch zu arbeiten. Mir fehlte der Austausch mit anderen Menschen im Arbeitsalltag", sagt er. Von seiner Zeit an der Universität habe er aber profitiert, analytisches Denken mitgenommen und Übung darin erhalten, vor anderen Menschen zu stehen und zu referieren. Seit 2014 ist Christoph ­Bärlocher Geschäftsführer der Bärlocher AG. Seine zwei Drillingsbrüder sind Ärzte, sein älterer Bruder Heilpädagoge.

Familie statt Sport und Hobbys

Nebst seinen politischen Ämtern ist Christoph Bärlocher Präsident des Verbandes Wirtschaft St.Gallen Ost (WSGO), im Vorstand des Hauseigentümerverbandes St. Gallen (HEV) sowie der Arbeitsgemeinschaft für Wirtschaft und Gesellschaft St. Gallen (AWG) und Mitglied des Service Clubs "Lions Club St. Gallen". Für Sport und Hobbys bleiben dem einstigen Handballer nicht mehr viel Zeit. Ausgleich findet er bei seiner Familie. Dank flexi­bler Arbeitszeiten bleibt ihm auch unter der Woche Zeit für seine Kinder. So schickt er schon mal seine älteste Tochter in den Kindergarten oder begleitet seinen Sohn ins Vaki-Turnen. Allerdings hat seine Frau aktuell die Familienarbeit übernommen. Die Leiterin einer Kommunikationsabteilung hat sich aufgrund der dritten Mutterschaft für ein Jahr beurlauben lassen. "Wenn wir beide nächstes Jahr wieder arbeiten, werden uns unsere Familien unterstützen."

Die nächsten Wochen wird sich Christoph Bärlocher weiter in die Dossiers im Kantonsrat einarbeiten. In der Novembersession hatte er sich bei der Abstimmung über das Verhüllungsverbot noch seiner Stimme enthalten. "Bei der Vordebatte war ich nicht dabei und ich wollte mich nicht gleich am ersten Tag gegen die Fraktion stellen", sagt er. "Aber anders als meine Partei bin ich ein Gegner des Verhüllungsverbots. In der Ostschweiz gibt es kaum Frauen mit Burkas. Es ist ein Gesetz, das keinen Sinn ergibt."

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