«Ecole de Brühl» übergibt Diplome

Die Kanti am Brühl hat am Donnerstag Schülerinnen und Schüler gefeiert, die erfolgreich ihre Ausbildung abgeschlossen haben. In einer unterhaltenden Show erhielten sie in der Tonhalle ihre Zeugnisse überreicht.

Claudia Schmid
Drucken
Klassenlehrerin Bakoly Rabodosoa überreicht Diplome an glückliche Schülerinnen. (Bild: Urs Jaudas)

Klassenlehrerin Bakoly Rabodosoa überreicht Diplome an glückliche Schülerinnen. (Bild: Urs Jaudas)

«Ecole de Brühl» stand auf der Einladungskarte zur Schlussfeier der Kantonsschule am Brühl. In Scharen strömten Verwandte der Schülerinnen und Schüler in die Tonhalle, um die rund zweistündige Show mit dem Titel «Eifer – Reife – Feier» mitzuverfolgen. Sie wurde von den Abschlussklassen mitgestaltet und enthielt Musik- und Filmbeiträge, Gesang und Sketchs. Dazwischen wurden Fachmittelschulausweise, Fachmaturazeugnisse und Berufsmaturitätszeugnisse überreicht. Die Schülerinnen Dilan Celik und Nina Heule führten mit Witz und Charme durch das Programm.

Praxisorientierte Schule

Die Festrede hielt Rektor Mathias Gabathuler. Er begrüsste unter den Gästen auch zahlreiche Betreuerinnen und Betreuer der Praktikumsbetriebe. «Diese Zusammenarbeit ist für uns als praxisorientierte Schule sehr wertvoll», betonte er. «Wir bleiben so am Puls der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen, die sich wiederum auf unsere Lehrgänge auswirken.» Auf diese Weise halte die Kanti am Brühl die Lehrgänge attraktiv und den Bedürfnissen der Zeit angepasst. Zurzeit stehe in der Wirtschaftsmittelschule der neue Lehrplan 2015 an. Mit seiner Umsetzung wolle die Kantonsschule am Brühl noch mehr Praxis in die Kantonsschule bringen.

Der Rektor wies in seiner Rede darauf hin, dass momentan einige Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrpersonen über den halben Globus verteilt sind. Sie verbringen ein Französischpraktikum in der Romandie, lernen den Schulbetrieb in Montpellier kennen oder büffeln an der südenglischen Küste, in Dublin, in Toronto und Vancouver Englisch.

Reifungsprozess braucht Zeit

Mathias Gabathuler ging auch auf das Motto der Schlussfeier ein, das «Eifer – Reife – Feier» lautete. Ein Reifungsprozess brauche Zeit, erklärte er. Dieser Gedanke finde sich ebenfalls im neuen Leitbild, welches sich die Kantonsschule am Brühl gegeben habe. «Da ist einerseits der Unterricht, der die Entwicklung der Persönlichkeit fördern soll, und andererseits der Wert, den wir auf die Selbständigkeit legen.» Der Rektor rief Aussagen Pestalozzis in Erinnerung. «Eine Sache, die verstanden werden will, will verinnerlicht sein. Und dazu braucht es eben drei Zugangswege: den Kopf, das Herz und die Hand.» Ziel der Kanti am Brühl sei es, die Seele zu öffnen, damit ein Stoff in seiner ganzen Emotionalität erfasst werden könne. «Und dann müssen wir auch Hand anlegen. Das ist in unserer digitalisierten Welt eine Herausforderung.» Viele könnten heute wohl besser mit dem Smartphone umgehen als mit einer Kreissäge. Die zu vermittelnde Stofffülle verleite manchmal dazu, den Reifeprozess zu vernachlässigen. Deshalb gelte es ab und zu, die Balance zu finden. «Dann gilt es, sich Zeit für eine Vertiefung in die Materie zu geben und halt das eine oder andere wegzulassen.»