Eclat im Verkehrsverein: Vorstand tritt in globo zurück

Der 117 Jahre alte Verkehrsverein Wolfhalden ist ohne Vorstand. Ein Grund: Viel, aber wenig anerkannte Arbeit. Die beantragte Auflösung des Vereins hingegen wurde haarscharf verhindert.

Peter Eggenberger
Drucken
Teilen

WOLFHALDEN. In einem Schreiben, das allen Mitgliedern zugestellt wurde, begründet Dorothea Stacher-Lutz, Präsidentin des Vorstandes des Verkehrsvereins Wolfhalden, die Rücktritte: Die Erfüllung des in den Statuten festgehaltenen Vereinszwecks «Förderung des Fremdenverkehrs» sei heute schlicht unmöglich, da in Wolfhalden nur noch der Landgasthof Krone über wenige Gästezimmer verfüge. Komme dazu, dass die Vereinsarbeit trotz über 160 Mitgliedern fast ausschliesslich auf den Schultern des siebenköpfigen Vorstands laste. Die von wenigen geleistete grosse Arbeit, Organisation der Bundesfeier und der Waldweihnacht, werde zudem je länger, je weniger anerkannt und die eigentlichen touristischen Aufgaben würden ohnehin längst von der Organisation Appenzellerland Tourismus AR wahrgenommen.

Zusammenarbeit mit Gemeinde

Nachdem frühere Kontakte mit dem Gemeinderat zu keinem Ziel geführt hatten, rief Gemeindepräsident Max Koch zu einem erneuten Versuch auf. Die Gemeinde biete Hand, den Vorstand vom mühsam gewordenen Einzug der Kurtaxe zu entlasten. Auch die Pflege von Wanderwegen und Ruhebänken könne von der Gemeinde übernommen werden. Auch VVW-Ehrenpräsident Hans Sieber und Gemeinderat Gino Pauletti als Wanderweg-Verantwortlicher riefen dazu auf, unter neuen Voraussetzungen das Vereinsschiff wenigstens im laufenden Jahr weiterzusteuern.

Hauptaufgaben der kommenden Monate wären vor allem die Schaffung neuer Statuten und damit die Definierung der künftigen Vereinstätigkeit sowie die Suche eines neuen Vereinsvorstands.

Prinzip Hoffnung

In zahlreichen Wortmeldungen wurde der Rücktritt bedauert und der Vorstand zum vorläufigen Weitermachen aufgefordert. Erfolglos. Dem Antrag «Auflösung des Vereins» hingegen wurde knapp nicht stattgegeben, so dass jetzt Personen gesucht werden, die sich für den Verkehrsverein engagieren wollen.

Die 24 Stimmberechtigten hiessen Jahresbericht, Protokoll, Jahresrechnung und Revisorenbericht diskussionslos gut.

Der Gedankenaustausch nach der Hauptversammlung galt verständlicherweise der Zukunft des Vereins. Bis auf weiteres gilt das Prinzip Hoffnung.

Aktuelle Nachrichten