«Ebnet»-Sanierung neu aufgleisen

Der Schulrat Andwil-Arnegg hat seine Bau- und Renovationspläne wieder aus der Schublade geholt. Da sich die Rahmenbedingungen mittlerweile verändert haben, soll vorerst lediglich der Mittelstufentrakt C renoviert werden.

Marion Loher
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Das Mittelstufen-Schulhaus im Ebnet hat Baujahr 1975. Eine Renovation ist gemäss dem Schulrat Andwil-Arnegg «längst fällig» und soll baldmöglichst erfolgen. (Bild: pd)

Das Mittelstufen-Schulhaus im Ebnet hat Baujahr 1975. Eine Renovation ist gemäss dem Schulrat Andwil-Arnegg «längst fällig» und soll baldmöglichst erfolgen. (Bild: pd)

ANDWIL. Anfang Februar haben die Stimmbürger von Andwil und Gossau einer Fusionsprüfung dieser beiden Gemeinden sowie einer Inkorporation der Schulgemeinde Andwil-Arnegg zugestimmt. Ein Entscheid, der auch Auswirkungen auf die Bau- und Renovationspläne der Schulgemeinde hat. Diese wurden nämlich auf Eis gelegt, bis ein Grundsatzentscheid über die künftigen politischen Strukturen gefällt war. Da dies nun geschehen ist, hat der Schulrat die Bau- und Renovationspläne wieder aus der Schublade geholt. Mittlerweile jedoch haben sich laut Mitteilung des Schulrats einige Rahmenbedingungen verändert.

Weniger Kinder, mehr Platz

Im vergangenen Jahr seien innert kurzer Zeit mehrere Familien mit künftigen Kindergartenkindern weggezogen, sagt Schulpräsident Emanuel Kummer. «Deshalb mussten wir einen Kindergarten schliessen.» Dadurch verringern sich einerseits auch die Kinderzahlen für die künftigen Primarklassen, anderseits wurde ein Klassenzimmer frei. «Wir gehen momentan davon aus, dass in den nächsten Jahren kein zusätzlicher Raumbedarf besteht», sagt der Schulpräsident. Dieser Sachverhalt zeige einmal mehr, wie «unberechenbar» die mittelfristige Schulraumplanung sei.

Weiter verschärft hat sich in den vergangenen Jahren die Finanzsituation der öffentlichen Hand, da «mehr und mehr Aufgaben des Kantons auf die Gemeinden umgelagert wurden». In diesem angespannten Umfeld sei ein «besonders sorgsamer Umgang mit Finanzen ein Gebot der Stunde», schreibt der Schulrat in der Mitteilung weiter. Als Folge der Grundsatzabstimmung von Anfang Februar verzichtet der Schulrat ausserdem auf die Realisierung eines eigenen Schulsekretariats. Dieses werde weiterhin von zwei Mitarbeitenden in deren Privaträumen geführt.

«Umgehend» sanieren

An seiner Strategiesitzung von Anfang März hat der Schulrat die veränderten Rahmenbedingungen beraten und beschlossen, die «längst fällige» Renovation des Mittelstufentrakts «umgehend» an die Hand zu nehmen. Auf den Verkauf des Schulhauses Otmar sowie einen Ersatz- und Erweiterungsbau soll zumindest vorläufig verzichtet werden. Die Frage, ob das Otmarschulhaus dereinst renoviert oder verkauft werden soll, werde zu einem späteren Zeitpunkt aufgrund der dann vorliegenden Planungsgrundlagen entschieden, sagt der Schulpräsident. Die Planung der Renovation des Mittelstufentrakts werde jedenfalls so angegangen, dass Möglichkeiten zur Erweiterung bestehen bleiben.

Der Schulrat wird nun zusammen mit einem noch zu bestimmenden Architekturbüro die Planungsarbeiten in Angriff nehmen, um der Bürgerschaft baldmöglichst einen Kreditantrag stellen zu können. Wann dies genau sein wird, kann Kummer noch nicht sagen. Man befinde sich erst in der Anfangsphase der Planung, sagt er.

Der Stein des Anstosses

Vor drei Jahren hat der Schulrat Andwil-Arnegg zusammen mit einer externen Fachstelle die «strategische Bau- und Renovationsplanung» erarbeitet. Auslöser waren der Sanierungsbedarf des Mittelstufen- und des Otmarschulhauses sowie die damals prognostizierten steigenden Kinderzahlen und der damit verbundene absehbare Platzmangel. Die Planungsgruppe kam zum Schluss, den Mittelstufentrakt C grundlegend zu renovieren, das Schulhaus Otmar zu verkaufen, ein neues im Ebnet zu bauen sowie zusätzliche Klassenzimmer und Räume zu realisieren. Die Gesamtkosten wurden auf 9,4 Millionen Franken geschätzt.

Das Bauvorhaben, der stetig angestiegene Finanzbedarf der Schule sowie die angedrohten Sparmassnahmen lösten damals die Diskussionen über neue Gemeindestrukturen in Andwil aus. Der Schulrat wollte unter anderem das Skilager streichen und die Hallenbadbesuche reduzieren, was er dann aber nicht tat.