DURCHMESSERLINIE: Mehr Baustelle als Bahnhof

Rund um den Gaiserbahnhof wird derzeit fliessig gebaut. Die Arbeiten dienen der Verknüpfung der Zugstrecken St.Gallen–Trogen und St.Gallen–Appenzell. Auch an der St.-Leonhard-Strasse gibt es Änderungen.

David Gadze
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Der Gaiserbahnhof wird derzeit für die Durchmesserlinie umgebaut. Wo der Bagger steht, gibt es 2018 Kurzzeit-Parkplätze. (Bild: Benjamin Manser)

Der Gaiserbahnhof wird derzeit für die Durchmesserlinie umgebaut. Wo der Bagger steht, gibt es 2018 Kurzzeit-Parkplätze. (Bild: Benjamin Manser)

Für die Appenzeller Bahnen bricht Ende 2018 ein neues Zeitalter an. Dann wird die Durchmesserlinie eröffnet, die die Teilstrecken St.Gallen–Trogen und St.Gallen–Appenzell miteinander verbindet. Bis dahin gibt es noch viel zu tun. Und die Bauarbeiten sind an verschiedenen Orten in der Stadt sichtbar:Zwischen der Oberstrasse und dem Riethüsli laufen seit fast einem Jahr auf Hochtouren die Arbeiten für den Ruckhaldetunnel, das Herzstück der Durchmesserlinie. Dieser ermöglicht erst die Verknüpfung der beiden Teilstrecken beziehungsweise einen Viertelstundentakt, da er die Fahrzeit zwischen dem Gaiserbahnhof und der Kreuzungsstelle bei der Liebegg von heute zehn auf rund sieben Minuten verkürzen wird.

Haltestellen sind noch nicht ganz fertig
Doch auch im Gaiserbahnhof wird derzeit fleissig gebaut. Denn auch dort braucht es eine neue Infrastruktur für die Durchmesserlinie. Im Dezember wurde die erneuerte Haltestelle nach Trogen sowie das neue Perron nach Appenzell in Betrieb genommen. Diese sind allerdings noch nicht fertig: Das Dach der Haltestelle nach Appenzell wird ersetzt. «Vom Design her wird es eine identische Haltestelle sein wie bei den Bushaltestellen an der Kornhausstrasse, allerdings nicht so hoch», sagt Alexander Liniger, Mediensprecher der Appenzeller Bahnen. Zudem wird jenes Perron 2018 auf 52 Meter verkürzt. Das entspricht der Länge der neuen «Tango»-Züge, die ab der Inbetriebnahme der Durchmesserlinie zum Einsatz kommen.

Im Januar wurden an der Böschung vor der St.-Leonhard-Brücke zwei Pappeln gefällt, um Platz für neue Fahrleitungsmasten sowie für ein neues Abstellgleis zu schaffen. Dieses wird derzeit erstellt. Ausserdem werden zwischen der St.-Leonhard-Brücke und dem Gleis 12 der Trogenerbahn die neuen Schienen für die Züge in Richtung Trogen verlegt. Die Arbeiten sollen bis Oktober 2017 abgeschlossen sein.

Bahnbetrieb wird im April 2018 unterbrochen
Auf den Bahnbetrieb haben diese Arbeiten vorerst keinen Einfluss. In einem Jahr müssen sich Fahrgäste jedoch umgewöhnen: Im April 2018 wird die Zugverbindung zwischen St.Gallen und Teufen während rund sechs Monaten unterbrochen, stattdessen verkehren Busse. Grund dafür ist unter anderem der Abbruch und Neubau der Brücke über die Oberstrasse, kurz vor dem Nordportal des Ruckhaldetunnels. Auch im Güterbahnhofareal müssen finale Arbeiten an den Gleisanlagen durchgeführt werden.

Während des Unterbruchs werden auch die beiden Teilstrecken nach Trogen und Appenzell miteinander verknüpft. Dafür braucht es mehr als nur das Verbinden der Gleise. Denn die Züge nach Trogen fahren mit einer Spannung von 1000 Volt, jene nach Appenzell mit 1500 Volt. Künftig verkehren sie in beiden Richtungen mit 1500 Volt. Zwischen dem Gaiserbahnhof und dem Spisertor liegt die Spannung allerdings auch weiterhin bei 600 Volt. Wegen der geringen Abstände zu den Fahrleitungen der Trolleybusse der VBSG sowie aus Sicherheitsgründen müsse sie in diesem Abschnitt geringer sein, sagt Liniger.

Mehr Platz an der St.-Leonhard-Strasse
Der Umbau des Gaiserbahnhofs, der insgesamt rund acht Millionen Franken kostet, hat auch Auswirkungen auf die Gestaltung der St.-Leonhard-Strasse in jenem Bereich: Dadurch, dass die alten Gleise Richtung Appenzell auf der Südseite des Gaiserbahnhofs wegfallen, entsteht Platz für insgesamt 18 Parkplätze (13 öffentliche und fünf private) und rund 40 Veloabstellplätze sowie für eine durchgehende Busspur bis zur St.-Leonhard-Brücke. Wann sie realisiert wird, hängt gemäss Stadtingenieur Beat Rietmann von der öffentlichen Auflage des Projektes St.-Leonhard-Strasse und allfälligen Einsprachen ab. Die Parkplätze sind für 2018 geplant und werden als Kurzzeit-Parkplätze ausgestaltet.

Ausserdem ermöglicht der Wegfall der alten Gleise künftig einen direkten Zugang von der St.-Leonhard-Strasse auf das Gleis 12. Dort erstellen die Appenzeller Bahnen auch einen Bahnübergang mit Schranke auf das Gleis 11.
www.modernisierung-ab.ch