Durchhaltewillen, Disziplin und viel Biss

Sekschüler der Oberstufe Rosenau hatten am Freitag Besuch eines Gossauer Promis: Skirennfahrer Ralph Weber war für eine Schulstunde zu Gast. Er erzählte, was es heisst, ein anspruchsvolles Berufsziel anzustreben.

Andreina Thoma
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Ralph Weber zeigt den Schülern seine Skiausrüstung. (Bild: Andreina Thoma)

Ralph Weber zeigt den Schülern seine Skiausrüstung. (Bild: Andreina Thoma)

GOSSAU. «Ich war immer ein guter Schüler», sagt der Gossauer Skirennfahrer Ralph Weber, als er am Freitagnachmittag vor den 22 Schülern der zweiten Sekundarklasse der Oberstufe Rosenau steht. «Ich war sehr diszipliniert und hatte Freude am Lernen.» Dies sei auch nötig, wenn man Spitzensportler werden möchte.

Weber als Motivator

In den letzten Wochen habe sich die Klasse intensiv mit der Berufswahl auseinandergesetzt, sagt Klassenlehrer Roger Pfister. «Die Schulstunde mit Ralph Weber dient als Abschluss dieser Zeit und soll die Schüler nochmals motivieren, bevor sie in den Herbstferien mit dem Schnuppern beginnen.» Pfister will den Schülern am Beispiel Weber zeigen, dass es bei der Berufswahl viel Durchhaltewillen braucht. «Anhand von Weber erkennen die Schüler vielleicht, dass sie es vergleichsweise einfach haben», sagt Pfister. Denn oft erlebe er, dass Schüler sehr bequem in die Berufswahl gehen und denken, irgendwo da draussen warte ein Betrieb auf sie.

Im Zug Hausaufgaben gemacht

Weber entschied sich schon nach der sechsten Klasse, Spitzensportler zu werden und die Sportschule in Glarus zu besuchen. Die Schüler sind beeindruckt, als der Skirennfahrer seine Stundenpläne zeigt. Jeden Tag stand er um 5.20 Uhr auf und fuhr mit dem Zug eine Stunde zur Schule. Er trainierte 15 Stunden in der Woche und verbrachte mehr Zeit mit Skifahren als im Unterricht. «Ich lernte, meine Zeit einzuteilen», sagt Weber. So musste er viel Schulstoff nachholen und nutzte die Zeit im Zug, um Hausaufgaben zu machen.

Spitzensportler kann man kein Leben lang sein. Um seine Zukunft macht sich Weber derzeit aber nicht allzu viele Gedanken: «Mit meinem Maturaabschluss stehen mir viele Wege offen. Was für mich jetzt zählt, ist Skifahren. Und nicht, dass ich mir zu viele Sorgen über die Zeit danach mache.»