Durchbeissen am Weihnachtslauf

ANDWIL. Laufbegeistert war Pius Egli schon immer. Ob joggen am Jungfraumarathon oder einmal kurz auf den Säntis: Für den Andwiler scheint kein Gelände zu anspruchsvoll. Eine Herausforderung für ihn ist aber der Gossauer Weihnachtslauf.

Angelina Donati
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In der Natur kann Pius Egli abschalten. Hier joggt er oberhalb der Autobahn, bei «Tisch und Bänk» in Gossau. (Bild: Hanspeter Schiess)

In der Natur kann Pius Egli abschalten. Hier joggt er oberhalb der Autobahn, bei «Tisch und Bänk» in Gossau. (Bild: Hanspeter Schiess)

Wenn auch immer möglich zieht Pius Egli in seiner Freizeit die Joggingkleidung an und schnürt die Laufschuhe. Ob Sonnenschein, Regen oder Schneefall – das Wetter spielt für den Andwiler keine Rolle. «Sobald ich fünf Minuten unterwegs bin, ist alles völlig nebensächlich», sagt er. Das Joggen sieht er als Ausgleich zu seinem Job, der hauptsächlich aus Arbeiten am Computer und vielen Telefonaten besteht. «Der Geschäftsalltag wird immer hektischer», stellt der Betriebsleiter fest. «Mit Joggen gelingt es mir, nach einem stressigen Tag abzuschalten.» Selbst wenn Pius Egli am Abend müde ist, kann er sich aufraffen, joggen zu gehen. «Erst fällt es mir schwer, das Gefühl danach ist aber überwältigend.»

Unterwegs mit Gleichgesinnten

Das Laufen bezeichnet Egli als seine Leidenschaft. Kein anderer Sport kann ihn so sehr begeistern. Vom «Lauffieber» gepackt war er bereits in jungen Jahren. Seit sieben Jahren gehört Egli dem Laufsportverein Region Gossau an und rennt jeden Dienstag mit Gleichgesinnten eine Stunde lang rund um Gossau. Damit aber nicht genug: «Pro Woche gehe ich an zwei bis vier Abenden joggen», sagt der in wenigen Monaten 50-Jährige. Bis zu 70 Kilometer legt er dabei wöchentlich zurück. Auf das Laufen in der Gruppe freut sich Egli jeweils besonders. Zeit für den Austausch bleibt nach dem Training, dann, wenn sich die Mitglieder noch auf einen Drink in der Beiz treffen.

Etwas für sich selber erreichen

Wenn man so intensiv Ausdauersport betreibt, ist es naheliegend, dass man sich auch an Wettkämpfen misst. «Für Marathons konnte ich mich lange Zeit nicht begeistern. Ich habe immer gesagt, dass ich nie an einem teilnehmen werde», sagt Egli und schmunzelt. Über 42 Kilometer am Stück zu rennen, schien für ihn eine zu lange Distanz. Ein Kollege war es dann, der den Andwiler schliesslich mitreissen konnte. Heute ist Egli ein Kenner auf diesem Gebiet, nahm er doch an den verschiedensten Wettkämpfen wie in Berlin, Frauenfeld oder auch erst gerade wieder am Jungfraumarathon teil. Beim Berglauf holte er sich die beste Wertung aller Teilnehmer des Laufsportvereins Region Gossau. «Ich bewege mich aber im Mittelfeld, es gibt viel Bessere und Schnellere», relativiert Egli. Seine Bestzeit erreichte er am Berlin-Marathon mit zwei Stunden und 57 Minuten. Er selber bezeichnet sich als Breitensportler, der rennt, um für sich selber etwas zu erreichen. Der Spass stehe dabei immer im Vordergrund. Natürlich aber kennt Egli auch den «Hammermann», der bei den letzten Kilometern eines Marathons eintreten kann. Dann aber heisst es durchhalten. «Ein Sprichwort besagt ja, dass ein Marathonlauf nicht gesund sei, dafür aber die Vorbereitung.»

Fasziniert von der Natur

Wo Pius Egli auch immer joggt – von der Natur ist er jedes Mal aufs neue fasziniert. «Man merkt es erst, wenn man sich auf Nebenstrassen und Waldwege begibt, wie schön doch alles ist», schwärmt er. So komme es regelmässig vor, dass er ein Reh vorbeihuschen sehe. Auch als er mit einer kleinen Gruppe von Gossau zur Schwägalp joggte und sich danach mit zügigem Schritt zum Säntis aufmachte, hat ihn die Gebirgslandschaft in den Bann gezogen. «Das war wohl eine der schönsten Strecken überhaupt.»

Gossauer Lauf ist zu kurz

Einen Marathon, den Egli dereinst absolvieren möchte, ist jener in Zermatt. Pro Jahr startet er an zwei Marathons. Möglich wären zwar mehr, der Zeitaufwand ist aber zu gross. Schliesslich sollen ja seine Frau und die vier Kinder nicht zu kurz kommen. Die Familie, die ohnehin sehr sportlich ist, feuert ihn an den Wettkämpfen an. So wie auch am Gossauer Weihnachtslauf, der einen fixen Eintrag im Kalender des Andwilers und der anderen der Läufergruppe hat. Die acht Kilometer sind für Pius Egli aber alles andere als ein leichter Spaziergang, wie er sagt. Denn seine Stärke liegt im Ausdauersport. Je länger die Strecke, desto besser kommt er auf Touren. «Bei so wenigen Kilometern habe ich viel mehr zu beissen», sagt Pius Egli. Darum will er dieses Mal mit ein paar anderen Läufern gleich drei Strecken am Weihnachtslauf absolvieren.