Durchatmen am Kraftort St. Gallen

Ein Kraftort, Raum zum Luftholen. Obgleich Christa Rutishauser aus dem thurgauischen Zuckenriet stammt, besitzt St. Gallen für sie grosse Anziehungskraft. «Hierherkommen ist wie heimkommen», sagt sie.

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Christa Rutishauser (28) gelernte Krankenschwester (Bild: Elina Grünert)

Christa Rutishauser (28) gelernte Krankenschwester (Bild: Elina Grünert)

Ein Kraftort, Raum zum Luftholen. Obgleich Christa Rutishauser aus dem thurgauischen Zuckenriet stammt, besitzt St. Gallen für sie grosse Anziehungskraft. «Hierherkommen ist wie heimkommen», sagt sie. Mit leuchtenden Augen erzählt die junge Frau von verschiedenen Stationen in ihrem abwechslungsreichen Leben. Die Ausbildung zur Krankenschwester hat sie in Appenzell absolviert. Später hat sie sich in der Bäuerinnenschule der Landwirtschaft zugewandt. Bereits seit letztem Sommer arbeitet sie nun beim Wildkirchli, im «Aescher». Alpstein, St. Gallen, Bodensee – das ist für sie zur Heimat geworden, hier fühlt sie sich wohl. Die Menschen in St. Gallen seien offener als in anderen Gebieten der Schweiz, meint sie. Der Dialekt hingegen gefällt ihr weniger. Dies betreffe jedoch eigentlich nur die Männer. Innerrhoder klingen rauher, uriger. Zum Glück ist ihr Schatz Innerrhoder, sagt die 28-Jährige mit einem Lachen.

Die Saison im «Aescher» ist streng, aber sie schätzt die Höhe und die Natur. Der aussergewöhnlich idyllische Arbeitsweg entschädigt für die hohe Belastung, insbesondere an sonnigen Wochenenden. An solchen Tagen pilgern die Wanderer in Scharen zum Restaurant an der Felswand. Mit Kartoffelschälen kommen sie dann kaum mehr nach.

Wohin sie das Leben nach der Saison führen wird, weiss sie noch nicht genau. Vielleicht zurück in die Pflege oder wieder in die Landwirtschaft. Zunächst aber ist Krafttanken und Durchatmen in der Atemtherapiestunde angesagt, die sie nun gleich besucht. Danach trifft sie sich mit ihrem Schatz, er wird sie in ein feines Restaurant ausführen. Heute darf für einmal sie sich bedienen lassen. (eha)

Für die Rubrik «Fünf Minuten mit» führt die Tagblatt-Stadtredaktion ein kurzes Gespräch mit Passanten.