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Dunkle Löcher im Sternendach

ST.GALLEN. Die Weihnachtsbeleuchtung «Aller Stern» bleibt auch im zweiten Betriebsjahr störungsanfällig. Zeitweise bleiben ganze Gassen dunkel. Man sei der Ursache auf der Spur, heisst es bei der Stadt. Der Ausfall habe wohl mit der Feuchtigkeit zu tun.
Ralf Streule
Nicht alle Sterne leuchten: Vor allem in der Brühlgasse macht «Aller Stern» Sorgen. (Bild: Benjamin Manser)

Nicht alle Sterne leuchten: Vor allem in der Brühlgasse macht «Aller Stern» Sorgen. (Bild: Benjamin Manser)

Mit Reden, Musik und einigen hundert Zuschauern wurde die neue St. Galler Weihnachtsbeleuchtung vor gut einem Jahr eingeweiht. Nun hängt das Vier-Millionen-Franken-Projekt «Aller Stern» bereits zum zweiten Mal über den Gassen und Plätzen der Stadt, funktioniert aber auch nach etwa 60 Betriebstagen noch immer nicht einwandfrei. In einigen Gassen fallen immer wieder reihenweise Sterne aus, wie Passanten und Gewerbler berichten.

Kinderkrankheiten auf der Spur

Bei der Stadt bestätigt man die Probleme. «Wir kämpfen auch im zweiten Jahr noch mit Kinderkrankheiten», sagt Stadtingenieur Beat Rietmann. Die Stadtwerke seien daran, defekte Sterne auszuwechseln. Zusammen mit der Firma Kaluza und Schmid, welche «Aller Stern» geplant hatte, sowie der verantwortlichen Schweizer Technologiefirma Robonaut sei man den Problemen auf der Spur. Bisher kenne man noch nicht alle Gründe für den Ausfall der Sterne.

Bereits im vergangenen Jahr habe man aber festgestellt, dass einige «Bodies» – die Gehäuse mit elektronischen Bauteilen in der Mitte der Sterne – nicht vollständig dicht seien. Möglicherweise setze Feuchtigkeit den elektronischen Schaltungen zu. Obschon man die Gehäuse im letzten Jahr auf Dichtigkeit geprüft habe, seien auch in diesem Jahr wieder ähnliche Störungen aufgetaucht.

Von den gut 700 Sternen in der Stadt seien bisher etwa 20 betroffen. Der Ausfall eines Sterns könne aber ganze Reihen ausser Betrieb setzen. Die Sterne sind elektronisch miteinander verbunden, damit sie für Lichtspiele koordiniert angesteuert werden können. «Die verantwortliche Firma ist fieberhaft daran, Software-Updates zu machen», sagt Rietmann. Zudem würden die Elemente in der Valida, wo die Sterne zusammengebaut wurden, geprüft. Derzeit machten vor allem die Sterne in der Brühlgasse Sorgen. Seit vorgestern sei man daran, die Störungen dort zu beheben.

Offene Frage nach den Kosten

Wie sich die Software- und Elektronikprobleme finanziell auswirkten, sei derzeit noch schwer zu sagen, erklärt Rietmann weiter. Da es sich aber um eine völlig neue Art von Weihnachtsbeleuchtung, um ein «Unikat» handle, seien Kosten für Unterhalt und Nachbearbeitung im Rahmen des Kredits budgetiert. Seien die Probleme schwerwiegender und handle es sich um systematische Fehler, könne die Stadt aber durchaus bei den Firmen vertraglich auf ihre «Bestellung einer funktionierenden Beleuchtung» pochen. Die Bereitschaft, die Fehler auszumerzen, sei aber bei allen Beteiligten gross. Bei der Softwarefirma Robonaut gibt es dazu derzeit keine Auskunft.

«Aller Stern» hat die Stadt bisher rund vier Millionen Franken gekostet. Die Gassengesellschaften und weitere Sponsoren haben sich mit mehr als 500 000 Franken an den Entwicklungs- und Produktionskosten beteiligt. Kein Wunder also, sind die Gewerbler über den Teilausfall der Beleuchtung nicht sehr begeistert. «Wir hatten eigentlich gehofft, nach den Problemen von 2010 würde die Beleuchtung nun wenigstens im zweiten Jahr problemlos funktionieren», sagt Josef Huber von der Arbeitsgemeinschaft Pro Stadt. An Sitzungen mit der Stadt habe man die Mängel immer wieder angetönt. «Prioritär ist für uns, dass die Sterne einfach leuchten», sagt Huber. Die Software-gesteuerten Lichtspiele seien sekundär.

Zeit bis zum 6. Januar

Auch für Rietmann ist klar, dass die Störungen schnell behoben werden müssen. Die Fehleranalyse sei aber nur zuverlässig möglich, wenn die Beleuchtung hänge. Noch bis zum 6. Januar bleibe also Zeit, dann würden die Sterne wieder abmontiert. «Wir hoffen, bis dahin alle Störungen behoben und Gründe für die Probleme gefunden zu haben», sagt Rietmann. Es mache aber keinen Sinn, einen «Schnellschuss» zu fabrizieren.

Die Stadt wertet «Aller Stern» unter dem Strich weiter als Erfolg. Trotz der Ausfälle gefalle die Beleuchtung den Leuten «enorm», sagt Rietmann. Und nach wie vor werde sie national beachtet – aus ästhetischen Gründen und nicht wegen der Probleme. Und Urs Weishaupt, der städtische Kommunikationschef, verweist auf die Verbesserungen und Erweiterungen, die es in diesem Jahr gegeben habe: Das Licht sei wärmer geworden. Und zum Beispiel sei neu die ganze Poststrasse beleuchtet.

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