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Duell mit Platzpatronen

Stadträtin Patrizia Adam und Stadtratskandidatin Maria Pappa trafen sich am Donnerstag zum ersten Podium vor dem zweiten Wahlgang. Die Diskussion zeigte: Auf die Frau wird nicht gezielt.
Roger Berhalter
Patrizia Adam (links) und Maria Pappa vor der eigentlichen Diskussion im Gespräch. (Bild: Ralph Ribi)

Patrizia Adam (links) und Maria Pappa vor der eigentlichen Diskussion im Gespräch. (Bild: Ralph Ribi)

Ein Schlagabtausch ist's nicht, auch kein hartes Gefecht. Maria Pappa (SP) hat schliesslich schon nach dem ersten Wahlgang bedauert, dass sie nun ausgerechnet «gegen die einzige Frau im Stadtrat» antrete. Am SP-Podium am Donnerstag im Katharinensaal sagt Pappa: «Ich möchte Patrizia Adam nicht als Person attackieren, sondern mit Sachthemen punkten.»

Ähnlich tönt es auf der Gegenseite: «Ich möchte Maria nicht wirklich kritisieren», antwortet Stadträtin Patrizia Adam (CVP) auf die Frage, was sie besser mache als ihre Herausforderin. Moderator Daniel Klingenberg bemüht sich, die Unterschiede der zwei Stadtratskandidatinnen herauszuarbeiten, doch Adam und Pappa verweisen lieber auf ihr jeweiliges Parteiprogramm. Adam gibt aber zu bedenken, dass beim Regieren die Partei nicht an erster Stelle komme: «Es geht im Stadtrat nicht um Ideologien, sondern um die Frage: Was ist gut für die Stadt?»

Den «Knopf» am Bahnhof Nord gelöst

Anhand einer Ja-Nein-Frage aus dem Online-Fragenkatalog Smartspider zeigt sich doch noch ein Unterschied. Sollen Ausländerinnen und Ausländer in der Schweiz das Stimm- und Wahlrecht auf Gemeindeebene erhalten? Maria Pappa – selber Tochter italienischer Einwanderer – begrüsst dies: «Wer hier lebt, sollte auch mitbestimmen können. Gerade im Kanton und in der Gemeinde.» Adam hingegen findet, Ausländer sollten sich ganz zur Schweiz bekennen: «Erst wer eingebürgert ist, sollte vollständig mitmachen können.»

Die beiden Kontrahentinnen diskutieren an diesem Abend weniger über konkrete städtische Themen, sondern nutzen die Gelegenheit, um sich zu positionieren. Patrizia Adam betont ihre Erfahrung als Baudirektorin der vergangenen vier Jahre. Sie habe das Gebiet St. Fiden an die Hand genommen, den «Knopf» am Bahnhof Nord gelöst und die Neugestaltung des Marktplatzes erneut aufgegleist. «Wir haben diese Areale entwickelt.»

Überhaupt habe der Stadtrat in den vergangenen vier Jahren eine gute Politik gemacht. St. Gallen habe keine Finanzprobleme, die Schulentwicklung laufe und auch technisch sei man innovativ. «Wir sind auf gutem Weg», bilanziert Adam und zählt die wichtigsten Punkte ihrer Politik auf: Die Stadt müsse finanziell gut dastehen und ein gesundes Steuerklima bieten. Wichtig seien attraktive Rahmenbedingungen für das Gewerbe sowie die Bildung und die Verkehrspolitik.

Die Minderheiten nicht vergessen

Maria Pappa positioniert sich als dialogbereite Politikerin, die offen für viele Anliegen ist. Sie betont in der Diskussion vor allem ihren Gerechtigkeitssinn. Dieser sei schon in ihrer Kindheit und Jugend geschärft worden. «Als Ausländerin hatte ich lange nichts zu sagen.» Nicht zuletzt deshalb sei sie in der Politik gelandet. Als Stadträtin will sie sich für Minderheiten wie Alleinerziehende und Ausländer einsetzen. «Auch sie sind Teil der Stadt, wir dürfen sie nicht vergessen.»

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