DROHNENVIDEO: Das Dorf ins beste Licht gerückt

Seit kurzem wirbt Berg SG auf seiner Homepage mit einem Video. Produziert hat es der 16-jährige Cillian Gnägi. Mit seiner Drohne hat er das Dorf mehr als zehn Stunden von oben gefilmt.

Nina Rudnicki
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Nebelschwaden über dem sonnendurchfluteten Dorf Berg SG. Dank dieses Bildes erhielt Cillian Gnägi den Auftrag für den Werbefilm. (Bild: Cillian Gnägi)

Nebelschwaden über dem sonnendurchfluteten Dorf Berg SG. Dank dieses Bildes erhielt Cillian Gnägi den Auftrag für den Werbefilm. (Bild: Cillian Gnägi)

Nina Rudnicki

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@tagblatt.ch

Die Drohne fliegt über Berg. Die Sonne geht auf. Im Bild erscheint die Kirche, das Dorfzentrum und eine Schafherde. In der nächsten Einstellung saust die Drohne durch einen Wald, links und rechts flitzen Äste an der Kamera vorbei. Man sieht einen Spielplatz, Velofahrer, den Kindergarten und das Schloss Grosser Hahnberg. Letzteres ist die Lieblingsszene von Cillian Gnägi. «Beim Flug auf das Schloss stimmt einfach alles. Das Bild ist symmetrisch. Und der Winkel der Kamera bewegt sich perfekt zur Vorwärtsbewegung der Drohne», sagt er.

Der 16-Jährige Kantonsschüler hat das Video für die Homepage der Gemeinde Berg gemacht. Wer die Startseite anklickt, kann sich nun Berg von oben anschauen. Über 30 Stunden hat Cillian Gnägi am Video gearbeitet und das über zehnstündige Filmmaterial zusammengeschnitten. Drohnen und Filmen sind seine Hobbys, seit er sich im vergangenen Jahr seine erste Drohne gekauft hat. Zunächst begann er mit Drohnen-Fotografie. Dabei gelang ihm ein Bild, das Berg im sonnendurchfluteten Nebel zeigt. Er fand es so gelungen, dass er es der Gemeinde zur Verfügung stellte. Daraus ergab sich dann der Auftrag für das Drohnenvideo. «Dank diesem Job habe ich das Geld, das ich für die Drohne ausgegeben habe, bereits wieder reingeholt», sagt er.

Live aufs Smartphone übertragen

«Es braucht Geschicklichkeit und Übung, bis man eine Drohne gut steuern und gleichzeitig gute Aufnahmen machen kann», sagt Cillian Gnägi. Im Garten seines Elternhauses lässt er die Drohne steigen. Er steuert sie über einen Controller, auf dem es zwei Schalthebel gibt. Sein Smartphone ist ebenfalls an das Gerät angeschlossen. Es ist mit der Drohne verbunden und so sieht Cillian Gnägi die Bilder live auf seinem Handy. Wenn ihm eine Einstellung gefällt, beginnt er aufzunehmen. Meist ist er an den Wochenenden oder während der Ferien mit der Drohne unterwegs. Er befolge dabei stets die geltenden Regeln für den Betrieb, sagt er. Grundstückbesitzer informiere er beispielsweise, bevor er in ihrem Umfeld die Drohne steigen lässt. «Das ist selbstverständlich.» Ausserdem wäre es gar nicht so einfach, heimlich mit der Drohne zu filmen. Deren vier Propeller verursachen ein ziemlich lautes Surren.

Anfragen aus Irland für Hochzeitsvideos

Die Erlaubnis zu filmen hatte er auch an der Hochzeit seiner Tante in Irland. Das Video habe sie so begeistert, dass sie es auf Facebook stellte. Mittlerweile hat Cillian Gnägi bereits drei weitere Anfragen aus Irland bekommen, ob er als Hochzeitsfilmer verfügbar sei. «Aber wegen der Schule kann ich leider ja nicht einfach so kurz nach Irland fliegen», sagt er.

Ob er später einmal etwas mit Film machen möchte, weiss Cillian Gnägi noch nicht. «Es ist vor allem mein Hobby», sagt er. An der Kantonsschule am Burggraben in St. Gallen hat er das Schwerpunktfach Wirtschaft & Recht belegt. In seiner Freizeit macht er gerne Sport und hat auch schon einige Sportvideos erstellt. Cillian Gnägi führt unter seinem Namen einen Youtube-kanal, auf den er regelmässig neue Videos hochlädt. «Tan-kardstown House», «Spring» und «Sky» heissen seine Kurzfilme. «Meistens überlege ich mir ein Thema, mache Aufnahmen dazu und teste die verschiedenen Special Effects», sagt er.

Das Wissen, das es dazu braucht, hat sich der Berger ebenfalls über Youtube angeeignet und sich dort Clips und Tutorials von anderen Filmern angeschaut. Ausgelernt habe er noch lange nicht, sagt der 16-Jährige: «Es gibt so viele technische Möglichkeiten, die ich noch nicht kenne.»