Drogensüchtiger muss Schweiz verlassen

Er ist drogensüchtig, finanziert seine Sucht durch Raubüberfälle und Diebstähle und lebt seit 2007 von der Sozialhilfe: Jetzt muss ein 26jähriger Italiener die Schweiz verlassen. Dies hat das Bundesgericht entschieden.

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Er ist drogensüchtig, finanziert seine Sucht durch Raubüberfälle und Diebstähle und lebt seit 2007 von der Sozialhilfe: Jetzt muss ein 26jähriger Italiener die Schweiz verlassen. Dies hat das Bundesgericht entschieden.

Der 1988 geborene Italiener kam im ersten Lebensjahr mit seiner Mutter in die Schweiz. Aufgrund der Drogensucht der Mutter wurde er 1989 in einem Kindesschutzverfahren unter fremde Obhut gestellt. Untragbar geworden, kam der Knabe mit 12 Jahren in eine Aussenwohngruppe nach Frankreich. Wegen «unberechenbaren, gefährlichen und teilweise perversen Verhaltens» wurde er 2001 in eine geschlossene Abteilung in der Schweiz verlegt. Ab 2002 hielt er sich in Aussenwohngruppen in Ungarn und Kroatien auf.

Absturz in den Drogensumpf

2006 kehrte der junge Mann in die Schweiz zurück. Er ist ohne Schulabschluss und ohne berufliche Ausbildung geblieben und ging noch nie einer Erwerbstätigkeit nach. Schon bald geriet er in den Drogensumpf. Der unverheiratete, kinderlose und HIV-infizierte Italiener wird seit 2007 von der Sozialhilfe unterstützt. Zwischen Mitte 2006 und August 2011 wurde er 22mal strafrechtlich verurteilt, regelmässig wegen Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz, verschiedentlich wegen Diebstahls, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs, Raubes und weiterer Delikte.

Beschwerden erfolglos

Im Juni 2012 verfügte das Migrationsamt des Kantons St. Gallen den Widerruf der Niederlassungsbewilligung und ordnete die Wegweisung des Italieners an. Dessen Rekurs an das Sicherheits- und Justizdepartement und die Beschwerde an das Verwaltungsgericht des Kantons blieben erfolglos. Nun hat auch das Bundesgericht seine Beschwerde abgewiesen.

Öffentliches Interesse überwiegt

Obschon der junge Mann praktisch keine Beziehungen zu Italien hat, erachtet das Gericht die Wegweisung als verhältnismässig. Für die Richter liegt es auf der Hand, dass die Übersiedlung nach Italien nicht einfach sein wird. «Dessen ungeachtet muss das öffentliche Interesse an der Fernhaltung als klar überwiegend bezeichnet werden», heisst es im Urteil aus Lausanne. Es bestehe die Gefahr, dass der auf der Gasse lebende und im Milieu verkehrende Italiener erneut straffällig werde. (red.)

Urteil 2C_718/2013