Drogenkurier muss ins Gefängnis

Ein 26jähriger Italiener muss eine Gefängnisstrafe von dreieinhalb Jahren verbüssen. Zusammen mit seinem älteren Bruder und einem weiteren Mann hatte er Kokain verkauft, gelagert und importiert.

Claudia Schmid
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Das Trio fiel im Jahre 2015 auf, als die Bundesanwaltschaft gegen eine Gruppe von Ausländern ermittelte. Sie stand unter Verdacht, mit einer grösseren Menge Kokain zu handeln. Auch in der Ostschweiz wurde man fündig. In St. Gallen wurde der Haupttäter und in Arbon das italienische Brüderpaar verhaftet.

Kokain transportiert

Ende Juni musste sich nun der jüngere der beiden Brüder vor dem Kreisgericht St. Gallen verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, dass er im Auftrag des in der Gallusstadt wohnhaften Haupttäters bei drei Transporten insgesamt sechs Kilogramm Kokain von den Niederlanden in die Schweiz transportiert hatte. Dafür soll er 12 000 Franken erhalten haben. Für die Fahrten mietete er sich jeweils ein Auto.

Zusammen mit seinem Bruder hatte er ausserdem zwischen September 2014 und Mai 2015 rund 200 bis 300 Gramm Kokain gekauft. Sie streckten die Drogen mit Kreatin und verkauften das Gemisch an Abnehmer in den Städten St. Gallen und Arbon. Zu den weiteren Vorwürfen gehört, dass er selber regelmässig Kokain und Marihuana konsumiert hatte.

Im vorzeitigen Strafvollzug

Durch seine Verteidigerin stellte der Beschuldigte ein Gesuch um Durchführung eines abgekürzten Verfahrens. Da er alles gestand und auch alle anderen Voraussetzungen erfüllt waren, ging der Staatsanwalt auf das Begehren ein. Er beantragte dem Gericht eine Verurteilung wegen qualifizierter und privilegierter Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz. Als Strafmass forderte er eine Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren. Für den Eigenkonsum verlangte er eine Busse von 300 Franken.

Ohne finanzielle Notlage

Der junge Mann habe sich auf Anfrage des Haupttäters auf den Kokaintransport eingelassen, erklärte der Staatsanwalt in seinem kurzen Plädoyer. Da er über eine gute Anstellung und einen festen Wohnsitz verfügt habe, sei er nicht aus einer finanziellen Notlage heraus in den Drogenhandel verwickelt worden.

Für seinen Fehler bezahle er nun mit einer langen Freiheitsstrafe. Dies werde ihm eine Lehre sein, betonte der Beschuldigte vor dem Kreisgericht. Er sass ab dem 4. Mai 2015 in Untersuchungshaft und befindet sich seit dem 12. Oktober 2015 im vorzeitigen Strafvollzug.

Bruder bereits verurteilt

Das Kreisgericht erhob die Anträge der Staatsanwaltschaft zum Urteil. 4150 Franken, welche die Untersuchungsbehörden bei der Durchsuchung der Wohnung des Beschuldigten beschlagnahmten, bleiben als Deliktserlös eingezogen. Zudem muss der Italiener eine Ersatzforderung von 6000 Franken und die Verfahrenskosten von rund 28 000 Franken zahlen.

Sein in Deutschland lebender Bruder stand bereits im März vor dem Kreisgericht St. Gallen. Es hatte ihn ebenfalls im abgekürzten Verfahren zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 26 Monaten verurteilt. Neun Monate wurden unbedingt ausgesprochen, der Rest mit einer Probezeit aufgeschoben.