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Drogenhandel, Erpressung, Raub und anderes

Ein Serbe soll mit Kokain im Kilobereich gehandelt, seine Ex-Freundin verletzt und von ihr eine Wohnung erpresst haben. Dafür drohen ihm elf Jahre Gefängnis. Er bestreitet die Mehrheit der Vorwürfe.

Der knapp 40jährige Mann, der sich seit zweieinhalb Jahren im Gefängnis befindet, musste sich am Donnerstag vor dem Kreisgericht verantworten. Die St. Galler Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, in mehreren Fahrten mindestens 1,5 Kilo Kokain aus Amsterdam in die Schweiz eingeführt zu haben. Zudem soll er eine weitere Person zum Transfer weiterer zwei Kilos angestiftet haben. Laut Anklage hat er rund 1,35 Kilo der Drogen in der Schweiz verkauft und selber Kokain konsumiert.

Es sei richtig, dass er für den Eigenkonsum in Amsterdam Kokain gekauft habe, erklärte der serbische Staatsangehörige vor Gericht. Auch habe er an Bekannte zweimal 300 Gramm verkauft. Alle anderen Vorwürfe stimmten aber nicht. Der Bekannte, der ihn belaste, lüge.

Weitere Vorwürfe lauteten Erpressung, Raub, Vergehen gegen das Waffengesetz und grobe Verletzung der Verkehrsregeln. Wie der Staatsanwalt ausführte, ging der Beschuldigte zusammen mit einem Bekannten in die Wohnung seiner Ex-Freundin, bedrohte sie und ihren Bruder mit einer Waffe und einem Teppichmesser und forderte 100 000 Franken. Der Serbe habe gedroht, den Enkelkindern und einer schwangeren Verwandten etwas anzutun, falls er das Geld nicht erhalte. Er habe die Ex-Freundin mit dem Teppichmesser verletzt und eine Zigarette auf ihrer Stirn ausgedrückt. Schliesslich soll die Frau eingewilligt haben, ihre Wohnung in Serbien zu überschreiben. Einige Tage später habe er weitere 30 000 Franken in bar erpresst.

Elf Jahre versus 33 Monate

Diese ganze Geschichte sei gelogen, betonte der Beschuldigte gestern vor Gericht. Er habe der Frau nach einer Überdosis Kokain sogar das Leben gerettet. Sie habe im Casino gespielt und Schulden gehabt. An besagtem Tag seien vier Männer in die Wohnung gekommen und hätten Schulden aus Drogenkäufen eintreiben wollen. Seine Ex-Freundin beschuldige ihn aus Rache, weil er sie verlassen wollte.

Die Aussagen des Beschuldigten seien ein grosses Lügengebäude, erklärte der Staatsanwalt und beantragte eine Freiheitsstrafe von elf Jahren, eine Geldstrafe, eine Busse und eine Ersatzforderung. Die Verteidigerin forderte im Gegenzug mehrere Freisprüche. Ihr Mandant sei lediglich wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz und Vergehens gegen das Waffengesetz zu verurteilen und mit einer Freiheitsstrafe von höchstens 33 Monaten zu bestrafen. Betrachte man seine unkorrekte Behandlung im Untersuchungsverfahren, sei es nicht verwunderlich, dass er nicht immer die Wahrheit gesagt habe. Dies bedeute aber lange nicht, dass er die ihm vorgeworfenen Straftaten begangen habe. Das Urteil des Kreisgerichts wird frühestens nächste Woche erwartet. (cis)

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