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DROGENDEAL: Bedingte Strafe für 3,5 Kilo Haschisch im TV-Möbel

Als die Polizei bei einer 56-jährigen Frau eine Hausdurchsuchung vornahm, fand sie im TV-Möbel 3,5 Kilo Haschisch versteckt. Das Kreisgericht St. Gallen hat sie nun zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt.
Claudia Schmid

An der Verhandlung am Kreisgericht St. Gallen schilderte die Beschuldigte einige Stationen ihres Lebenswegs. Schnell wurde deutlich, dass bereits in jungen Jahren harte Drogen bestimmend auf sie einwirkten. Nach der Kanti und einer weiterführenden Schule habe sie nicht so recht gewusst, was sie wolle und deshalb keine Berufsausbildung absolviert, erzählte die St. Gallerin. Damals habe sie auch angefangen, Drogen zu konsumieren.

Dem Kokain verfallen

Den Schilderungen der Frau war zu entnehmen, dass sie sich nach einigen Jahren in der Drogenszene stabilisierte und in ein Methadonprogramm einstieg. Sie heiratete und bekam Kinder. Bald aber drängte sich die Sucht wieder in den Vordergrund. «Ich fing mit Kokain an und stürzte vollkommen ab», betonte die Beschuldigte. Sie habe gewusst, dass es so nicht gehe und die Kinder in die Obhut ihrer Eltern gegeben.

Um die Drogensucht zu finanzieren, verübte sie Beschaffungskriminalität, die ihr schliesslich einen einjährigen Aufenthalt im Frauengefängnis Hindelbank einbrachte. Nach der Entlassung sei ihr mehr als zuvor bewusst gewesen, dass sie ihr Leben wieder in den Griff bekommen müsse. Sie sei damals erneut in ein Methadonprogramm eingestiegen und konsumiere seither keine illegalen, harten Drogen mehr.

Er kenne seine Mandantin bereits seit den frühen 1980er-Jahren, erklärte ihr Verteidiger. Sie habe damals der offenen Drogenszene angehört und heute eine lange Suchtkarriere hinter sich. Ihr Mann sei ebenfalls drogenabhängig gewesen und an der Sucht gestorben. Auch bei ihr habe der lange Drogenkonsum gesundheitliche Probleme verursacht. Nach dem Gefängnisaufenthalt vor bald zwanzig Jahren sei sie lange Zeit nicht mehr vor Gericht gestanden. Mit dem Handel und der Vermittlung von Haschisch habe sie sich zwar klar strafbar gemacht, doch betrachte man die früheren Straftaten der Frau, könne man die neuen Delikte schon fast als Bagatelle bezeichnen.

Haschisch für den Eigenkonsum

Der Verteidiger wies in seinem Plädoyer darauf hin, dass weltweit und national Diskussionen rund um die Legalisierung von Haschisch im Gange sind. «Gut möglich ist, dass wir uns in einigen Jahren beim Lesen von Urteilen aus dem Jahre 2018 darüber wundern, weshalb Haschisch als weiche Droge noch immer als illegal galt.» Aktuell sei aber der Handel von Cannabis noch immer klar strafbar. Seine Mandantin müsse daher auch eine Strafe erhalten, die jedoch milder als von der Anklage beantragt und vor allem bedingt ausfallen müsse.

Konkret wurde der Frau vorgeworfen, dass sie zwischen 2013 und 2016 zwischen 6 und 7 Kilo Haschisch für den Wiederverkauf erwarb. Es seien lediglich 2,5 Kilo gewesen, wofür sie im Jahre 2016 bereits eine bedingte Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 30 Franken erhalten habe, erklärte dazu die Beschuldigte. Hingegen war sie geständig, dass sie sich darauf einliess, im Februar 2017 rund 3,5 Kilo Cannabis zu vermitteln. Bis zur geplanten Abholung versteckte sie das Paket in einem TV-Möbel in ihrem Wohnzimmer. Sie habe dem einfachen «Deal» nicht widerstehen können, da sie dafür 150 Gramm Haschisch für den Eigenkonsum erhalten habe, erklärte die Beschuldigte.

Der Einzelrichter am Kreisgericht folgte im Gros den Anträgen der Verteidigung und fällte Teilfreisprüche. Für die Vermittlung der 3,5 Kilo Haschisch sprach er eine bedingte Geldstrafe von 100 Tagessätzen à 30 Franken mit einer Probezeit von vier Jahren und eine Busse von 150 Franken aus. Die bedingte Geldstrafe aus dem Jahre 2016 wird widerrufen, womit sie die Strafe von 180 Tagessätzen à 30 Franken zahlen muss.

Claudia Schmid

stadtredaktion@tagblatt.ch

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