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DROGEN: Strafe weit höher als Gewinn

Zwei Serben hofften auf etwas Geld für ein besseres Leben und liessen sich in der Schweiz in den Heroinhandel einbinden. Gebracht hat es ihnen einen Gefängnisaufenthalt und hohe Verfahrenskosten.

Die beiden 33 und 37 Jahre alten Männer reisten eigens aus ihrer Heimat nach St. Gallen, um sich im Auftrag serbischer Auftraggeber am Heroinhandel zu beteiligen. Sie waren im Juni 2017 während rund 20 Tagen damit beschäftigt, Heroin zu portionieren, strecken und verkaufen. Es handelte sich dabei um 960 Gramm Heroin und sieben bis neun Kilo Streckmittel.

Der vorsitzende Richter wollte von den Beschuldigten wissen, weshalb und wie sie vom serbischen Drogenhändlerring rekrutiert worden seien. Er sprach sie darauf an, dass seit Jahren immer wieder Männer aus der Stadt Nis als Touristen in die Schweiz kommen, um hier einige Zeit Drogen zu verkaufen. Er habe auch gestaunt, wie viele Landsleute aus Nis er nach seiner Verhaftung im Gefängnis angetroffen habe, antwortete der eine. Fast sei es ihm vorgekommen, als ob er in seiner Heimatstadt und nicht in der Ostschweiz im Gefängnis sitze.

Geburt im Gefängnis verpasst

Auf den Deal mit den Drogenhändlern habe er sich aus Geldmangel eingelassen, erklärte der Familienvater, dessen jüngstes Kind auf die Welt kam, als er in der Schweiz im Gefängnis sass. Die Hintermänner hätten ihn und seinen Kollegen glauben gemacht, alles sei ganz einfach und ungefährlich. Erst in der Schweiz habe er gemerkt, dass es sich um eine grössere Sache handle.

Sie seien keine schlechten Menschen, betonte der Beschuldigte weiter, sondern hätten aus finanzieller Not gehandelt. Auch seien ihm die Konsequenzen nicht bewusst gewesen. Erst im Gefängnis sei ihm klar geworden, dass er nun aufgrund der Drogengeschäfte sein ganzes Leben lang einen schweren Rucksack zu tragen habe. Er habe sich vorher nie etwas zuschulden kommen lassen und nun gelte er als vorbestraft. Das mache ihm schwer zu schaffen. Laut Anklageschrift hatten die Männer während ihrer Drogentätigkeit je 1500 Franken verdient. Allein die Verfahrenskosten, welche sie bezahlen müssen, betragen mehr als das Dutzendfache dieses Betrages.

Teilbedingte Freiheitsstrafe und Busse

Die beiden Männer wurden im abgekürzten Verfahren angeklagt. Das Kreisgericht erhob die Anträge der Staatsanwaltschaft zum Urteil. Der ältere erhielt eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren und eine Busse von 300 Franken. Zehn Monate muss er absitzen, 26 Monate werden mit einer Probezeit von zwei Jahren aufgeschoben. Der jüngere wurde zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 32 Monaten und einer Busse von 100 Franken verurteilt. Er hat acht Monate im Gefängnis abzusitzen, der Rest wird ebenfalls mit einer Probezeit aufgeschoben. Für beide gilt ein Landesverweis von fünf Jahren. Sie werden im Schengener Informationssystem ausgeschrieben. Die Verfahrenskosten betragen rund 21500 beziehungsweise knapp 20000 Franken.

Claudia Schmid

stadtredaktion@tagblatt.ch

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