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DROGEN: Gassenbriefchen mit Heroin verkauft

Ein 42-jähriger Mann hat während rund fünf Monaten in der Stadt Gassenbriefchen mit Heroin verkauft. Den Gewinn verwendete er für den Eigenkonsum. Das Gericht ersparte ihm einen unbedingten Haftaufenthalt.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den Beschuldigten eine unbedingte Freiheitsstrafe von elf Monaten und eine Busse von 1500 Franken beantragt. Sie stellte sich auf den Standpunkt, dass ihm keine günstige Prognose gestellt werden könne, da die Wahrscheinlichkeit weiterer Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz gross sei. Der Mann hatte in der Vergangenheit bereits eine Gefängnisstrafe wegen Drogendelikten und Beschaffungskriminalität absitzen müssen, und in jüngster Zeit aufgrund seines illegalen Heroinkonsums neun Strafbefehle erhalten.

Er habe bereits mit 13 Jahren Drogen genommen, erklärte der Beschuldigte an der Verhandlung am Kreisgericht St. Gallen. Zunächst habe er das Heroin geraucht und später während einiger Jahre gespritzt. Laut seinen Aussagen machte er selber mehrere Entzüge, rutschte aber immer wieder in die Sucht zurück.

Der Beschuldigte kam mit sechs Monaten als Adoptivkind in die Schweiz. Seine Eltern waren im Vietnamkrieg umgekommen. Mit etwa zehn Jahren habe es Zuhause Probleme gegeben, erzählte seine Verteidigerin. Die Adoptiveltern hätten für ihn eine höhere Schulbildung vorgesehen, denen er nicht gewachsen gewesen sei. Seine handwerklichen und sportlichen Fähigkeiten hätten sie nicht erkannt. Wegen der Probleme im Elternhaus sei er schliesslich noch sehr jung freiwillig in eine betreute Wohngemeinschaft gezogen.

Eine kleine Menge Drogen verkauft

Die Verteidigerin machte geltend, ihr Mandant habe viel weniger reines Heroin verkauft, als es ihm die Anklage vorwerfe. Er habe immer nur soviel der Droge veräussert, um seinen Eigenkonsum decken zu können. Die Menge liege weit unter den zwölf Gramm reinen Heroins, die für eine Verurteilung wegen schweren Drogenhandels nötig seien. Seit geraumer Zeit konsumiere er keine illegalen Drogen mehr. Der Beschuldigte bestätigte, dass er ein Leben ohne illegale Drogen anstrebe. Er habe im letzten Dezember zum letzten Mal Heroin geraucht und befinde sich nun in Behandlung. Seine Beziehung zu den Adoptiveltern sei wieder besser. Sie unterstützten ihn in seinen Bestrebungen, geordnete Verhältnisse zu schaffen. Er wolle wieder einen Job finden und arbeiten. Der Beschuldigte verfügt über zwei erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildungen.

Die Bemühungen anerkannt

Der Einzelrichter am Kreisgericht St. Gallen folgte mehrheitlich den Anträgen der Verteidigung. Er könne dem Beschuldigten durchaus eine positive Prognose stellen, betonte er. Einen Gefängnisaufenthalt erachte er als kontraproduktiv. Er sprach deshalb eine bedingte Freiheitsstrafe von sieben Monaten und eine Busse von 800 Franken aus. Der Beschuldigte müsse sich aber im Klaren sein, dass er während der Probezeit von drei Jahren keine Straftat begehen dürfe. Ansonsten sei die Gefahr gross, dass er doch noch ins Gefängnis wandere, schloss der Einzelrichter seine Ausführungen.

Claudia Schmid

stadtredaktion

@tagblatt.ch

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