Drei weiche Giganten

«Der weiche Gigant», 10.3.2011

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«Der weiche Gigant», 10.3.2011

Mit viel Interesse habe ich den Artikel über die Berg-Mammutbäume in St. Gallen gelesen. Ich befasse mich seit einigen Jahren hobbymässig mit Mammutbäumen und habe mich eben erst wieder an den Originalstandorten der Berg-Mammutbäume (in der Sierra Nevada von Kalifornien) aufgehalten, wo einen Tausende Jahre alte Riesen Ehrfurcht lehren.

Doch nicht weniger beeindruckend stehen entlang der nördlichen Pazifikküste Kaliforniens die «schlankeren», aber sogar noch höher wachsenden Küsten-Mammutbäume, die heute in verschiedenen Staatsparks und einem Nationalpark geschützt sind. Sie besiedeln nur den etwa 60 Kilometer breiten Küstenstreifen (bis auf eine Höhe von nur gerade 300 m ü. M.), wo sie von der hohen Luftfeuchtigkeit und den starken Winterniederschlägen profitieren können. Aufgrund dieser Vorliebe und ihrer schlechten Winterhärte konnten sie in Mitteleuropa kaum erfolgreich angepflanzt werden.

Des weiteren lebt in China der Urwelt-Mammutbaum, der erst Mitte des letzten Jahrhunderts entdeckt wurde und ebenfalls zur Unterfamilie der Mammutbäume gehört. Zwar erreicht er kaum die Hälfte der Höhe seiner grossen Verwandten und ist nur im Sommer grün, doch gleicht er in seiner ebenmässigen, kegelförmigen Wuchsform stark den jungen kalifornischen Mammutbäumen. Er ist in Europa oft als Alleebaum anzutreffen.

Jede einzelne dieser drei Gattungen enthält zwar nur noch eine Art. Sie gehören aber alle zur Unterfamilie der Mammutbäume, die wiederum zur Familie der Zypressengewächse zählen.

Mathias Hunziker

Störgel 457, 9063 Stein AR