Drei Schüsse für eine Heilige

ST.GALLEN. Heute Freitag, 18 Uhr, wird es in der Innenstadt ziemlich laut: Zu Ehren der heiligen Barbara gibt der Artillerieverein St.Gallen drei Kanonenschüsse auf dem Klosterhof ab. Zuvor versammeln sich die Mitglieder um 17.45 Uhr beim «Vadian» und marschieren in historischen Uniformen in Richtung Kloster.

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Roland Uhler, Präsident Artillerieverein St.Gallen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Roland Uhler, Präsident Artillerieverein St.Gallen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Heute Freitag, 18 Uhr, wird es in der St.Galler Innenstadt ziemlich laut: Zu Ehren der heiligen Barbara gibt der Artillerieverein St.Gallen drei Kanonenschüsse auf dem Klosterhof ab. Zuvor versammeln sich die Mitglieder um 17.45 Uhr beim «Vadian» und marschieren in historischen Uniformen in Richtung Kloster. Präsident Roland Uhler ist sich sicher, dass dieser Brauch auch heute noch zeitgemäss ist.

Herr Uhler, Sie geben Kanonenschüsse für eine Heilige ab. Ist dies heute die richtige Form, einer Heiligen zu huldigen?

Der Artillerieverein St.Gallen verfolgt diesen Brauch seit seiner Gründung im Jahr 1865. Anfangs feuerte man am Barbaratag noch für jeden Kanton einen Schuss ab. Heute hat es sich auf drei eingependelt. Barbara, die Schutzheilige der Artillerie, war uns auf jeden Fall immer wohlgesinnt.

Dem Artillerieverein vielleicht schon. Aber gibt es auch negative Reaktionen auf die Schüsse?

Die negativen Reaktionen landen bei der Notfallzentrale. Wir erhalten nur positive. So schauen beim ersten Schuss jeweils 50 Leute zu, beim zweiten sind es dann schon 100 und beim letzten 300 bis 400. Aber dieses Jahr hat uns die Polizei die Auflage gegeben, die Schüsse anzukündigen, damit keine Panik in der Bevölkerung ausbrechen kann.

Salut schiessen für die heilige Barbara auf dem St.Galler Klosterplatz.

Salut schiessen für die heilige Barbara auf dem St.Galler Klosterplatz.

Bild: Claudio Heller
(4.12.2013)

Denken Sie, dass diese Auflage angemessen ist?

Ich denke, dass die Polizei nach den Vorfällen in Paris lieber vorsichtig ist und die Leute vorwarnen will. Somit ist ihre Reaktion für mich nachvollziehbar.

Ist denn Ihre Aktion mit den Kanonenschüssen auch gefährlich?

Gefährlich wird es nur dann, wenn man direkt vor der Kanone steht. Wir stecken zuerst einen Docht in die im Jahre 1743 gegossene Kanone, und dann kommen Schwarzpulver und Zeitungspapier hinein. Das gibt einen Riesenchlapf und das Zeitungspapier fliegt einige Meter. Aber gefährlich ist das sicher nicht. Dafür ein Riesenerlebnis mit diesem lauten Geräusch und dem einmaligen Geruch in der schönen Kulisse.

Dann denken Sie, dieser Brauch wird noch lange weitergepflegt?

Dieser Brauch wurde seit jeher toleriert und schliesslich werden nicht mehr 26 Kanonenschüsse wie früher, sondern noch drei abgegeben. Wenn es nach mir geht, wird er überdauern. (kar)

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