Drei Räte auf grosser Fahrt

Das Schweizer Bodenseeufer hat Potenzial, faule Ausreden gelten nicht. Diese hörten der Stadtrat Rorschach und die Gemeinderäte Goldach und Rorschacherberg im Romanshorner Hafen vom Verwaltungsratspräsidenten der Schweizerischen Bodenseeschifffahrt.

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Thomas Würth, Beat Hirs, Andreas Brand und Thomas Müller (von links) auf der Fähre in Friedrichshafen. (Bild: zVg)

Thomas Würth, Beat Hirs, Andreas Brand und Thomas Müller (von links) auf der Fähre in Friedrichshafen. (Bild: zVg)

REGION. Der Stadtrat Rorschach sowie die Gemeinderäte von Goldach und Rorschacherberg haben sich im Rahmen eines Ausflugs in Romanshorn ein Bild von den eindrücklichen Investitionen der Schweizerischen Bodenseeschifffahrt gemacht. Dies ist einer Mitteilung des Stadtrats zu entnehmen.

Schon 20 Millionen investiert

Nach der Sanierung des historischen Transitpost-Gebäudes und der Erweiterung der Werft wurden Anfang Juni die neuen Schiffstege und die Besucherplattform über dem Wasser im Hafen Romanshorn in Betrieb genommen. Im Juli folgt die Eröffnung des Restaurants direkt am Hafen mit 60 Innen- und 80 Aussenplätzen. Die bisherigen Investitionen seit Übernahme der Bodenseeschifffahrt durch eine private Unternehmergruppe belaufen sich auf 20 Millionen Franken, schreibt der Stadtrat weiter. In vier bis fünf Jahren ist die Inbetriebnahme eines neuen Schiffs angedacht. An der Tochtergesellschaft SBS Schifffahrt AG sind die Gemeinden Rorschach, Rheineck und Thal mit zusammen 30 Prozent beteiligt.

Die Schifffahrt will ihren konkreten Beitrag zur Entwicklung des Tourismus am Schweizer Ufer leisten», sagte SBS-Verwaltungsratspräsident Herrmann Hess. Er kritisierte das «Prinzip der faulen Ausreden», mit dem das Potenzial des Südufers verkannt werde. Das Angebot an Ausflugszielen und Sehenswürdigkeiten sei mindestens so gross wie am deutschen und österreichischen Ufer.

Touristenziele sichtbar machen

Für die Gäste sei dies jedoch zu wenig sichtbar, weil die gemeinsame Vermarktung fehle und die Kantonsgrenzen bei der Tourismusförderung noch eine zu grosse Rolle spielten. Entscheidend für den nächsten Entwicklungsschritt sind laut Herrmann Hess zusätzliche Hotels. «Am Schweizer Ufer haben wir einige sehr gute Betriebe. Die heute kleine Zahl macht aber noch keine Tourismus-destination aus.» Es brauche mehr grössere Hotels mit jeweils mindestens 100 Zimmern.

Nach dem Besuch in Romanshorn fuhren die Räte mit der Fähre nach Friedrichshafen, wo Oberbürgermeister Andreas Brand über die starke Entwicklung der grössten Stadt am Nordufer berichtete, die 60 000 Einwohner zählt. «Industrie und Tourismus schliessen sich nicht aus, wenn beide ihre eigenen Plätze auf dem Stadtgebiet haben und ihre Chancen nutzen», sagte Brand, der sich über den Besuch freute. (Sk./cot)