Drei Premieren zur Dernière

RORSCHACH. Unter der Leitung von Mario Schwarz spielt die Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz am Sonntag im Würth-Haus das Bodenseefestival-Abschlusskonzert. Dieses findet erstmals in der Schweiz statt – nicht die einzige Premiere.

Linda Müntener
Drucken
Teilen
Dirigent Mario Schwarz bringt im Würth-Haus die Sinfonie Nr. 5 des tschechischen Komponisten Jirí Laburda zur Uraufführung. (Bild: Stephanie Sonderegger)

Dirigent Mario Schwarz bringt im Würth-Haus die Sinfonie Nr. 5 des tschechischen Komponisten Jirí Laburda zur Uraufführung. (Bild: Stephanie Sonderegger)

«Böhmen am See» lautet das Motto des diesjährigen Bodenseefestivals. Dieses findet am kommenden Sonntag in Rorschach mit dem Abschlusskonzert sein Ende. Es ist das erste Mal, dass das Festival im Würth-Haus gastiert. Und das in Verbindung mit einer weiteren Premiere: Erstmals in der Geschichte des Festivals geht das Abschlusskonzert in der Schweiz über die Bühne. Unter der Leitung des Dirigenten Mario Schwarz bringt die Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz die Sinfonie Nr. 5 des tschechischen Komponisten Jirí Laburda zur Uraufführung – die dritte Premiere an diesem Konzert.

Der See im Mittelpunkt

Mario Schwarz ist als künstlerischer Leiter des Collegium Musicum St. Gallen seit 20 Jahren Mitglied der Programmkommission. Dass das Abschlusskonzert dieses Jahr im Würth-Haus stattfindet, freut den in Arbon wohnhaften Dirigenten besonders. «Gäbe es einen besseren Ort?», fragt er und schaut aus der grossflächigen Fensterscheibe auf den Bodensee. Letzterer sollte beim Festival noch mehr im Zentrum stehen, ein verbindendes Element zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz darstellen. Nicht nur deshalb sei das Würth-Haus, das direkt am See liegt, als Veranstaltungsort prädestiniert, sagt Schwarz. Er könnte sich gar vorstellen, dass dieses dereinst den Mittelpunkt der Schweizer Veranstaltungen des Festivals bilden könnte. Ohnehin gebe es noch viel Potenzial, den See stärker ins Programm einzubeziehen. Als Schritt in diese Richtung findet das Konzert am Sonntag bewusst nicht wie üblich am Abend, sondern am Mittag statt. «Die Besucher sollen die Möglichkeit haben, den See zu erleben», erklärt Schwarz, «beispielsweise mit einer Schifffahrt». Zu diesem Zweck ist im Konzertticketpreis nicht nur eine Ostwind-Tageskarte, sondern auch eine Tageskarte der Euroregio Bodensee enthalten. Damit reisen Gäste gratis mit dem Zug, Bus oder eben mit der Fähre zum Konzert und wieder zurück.

Eine besondere Uraufführung

Neben dem See bildet das diesjährige Motto «Böhmen» das Zentrum des Abschlusskonzerts. Unter der Leitung von Mario Schwarz eröffnet die Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz dieses mit den «Slawischen Tänzen» aus op. 72 des kompositorischen Schwergewichts Antonín Dvorák.

Als Höhepunkt des Konzerts folgt die Uraufführung der Sinfonie Nr. 5 des tschechischen Komponisten Jirí Laburda. Der 1931 geborene Prager hat die umfassende Orgelsinfonie eigens für das Bodenseefestival komponiert – und seinem guten Freund Mario Schwarz gewidmet. Eine Geste, die den 66jährigen Dirigenten sichtlich berührt. Und ihn gleichzeitig vor eine anspruchsvolle Aufgabe stellt. «Eine Uraufführung ist immer eine enorme Herausforderung für das Orchester und den Dirigenten», sagt Schwarz. Während es bei Werken von Komponisten wie Mozart oder Beethoven immer Vorlagen gibt, fange man bei einer Uraufführung «bei Null» an. Und doch sei es wichtig, in der Musik nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft zu blicken, ist Schwarz überzeugt. Einen Blick in die Zukunft gewähren die Musikerinnen und Musiker auch in der zweiten Konzerthälfte. Mit der «Peer Gynt Suite» schlagen sie eine Brücke zum Bodenseefestival 2016. Dieses wird sich dem Thema «Nordlichter» widmen.

Abschlusskonzert Bodenseefestival, So., 24. Mai, 11 Uhr, Würth-Haus, Rorschach, Tickets und weitere Infos: www.bodenseefestival.de