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Drei Bürgerliche fordern eine Gesamtsicht aufs Lädelisterben

Parkplätze Im Abstimmungskampf um die Mobilitäts-Initiative sind sie ein gewichtiges Thema: die Parkplätze. Für die bürgerlichen Befürworter des Volksbegehrens ist ihr Verschwinden aus dem Stadtzentrum eine gewichtige Ursache für das Phänomen, das als «Lädelisterben» bekannt ist. Die Gegner der Initiative von links der politischen Mitte halten diese Argumentation für überholt: Für sie spielen andere Faktoren die Hauptrolle bei der Verarmung des Branchenmixes im Stadtzentrum. Sie halten zu hohe Ladenmieten, den boomenden Online-Handel, den Einkaufstourismus oder Nachfolgeprobleme bei diesem Prozess für wichtiger.

Auch angesichts dieser hin- und herwogenden Diskussion haben die Grünen und Jungen Grünen am 17. Januar eine Interpellation mit kritischen Fragen zum Lädelisterben und zu Massnahmen dagegen durch die Stadtplanung eingereicht. Wobei die Interpellation davon ausgeht, dass fehlende Parkplätze nur eine untergeordnete Rolle spielen.

An der bisher letzten Stadtparlamentssitzung vom 14. Februar haben René Neuweiler (SVP), Remo Daguati (FDP) und Roger Bechtiger (CVP) nachgedoppelt: Sie wollen mit einem Postulat erreichen, dass der Stadtrat die Ursachenforschung zum Lädelisterben ausweitet. Es sei einseitig, wenn man bei der Untersuchung dieses Phänomens den Abbau von Parkplätzen von vorneherein als Ursache ausklammere. Und das Thema sei zu wichtig für eine lebendige Innenstadt, als dass man es so einseitig angehen dürfe, finden die drei Postulanten.

Ein ganzes Bündel weiterer Ursachen

Sie vermuten, dass einerseits das Fehlen von Autoabstellplätzen, andererseits aber auch die Höhe der Parkiergebühren in Tiefgaragen bedeutende Ursachen dafür sind, dass die Geschäfte in der Innenstadt weniger stark frequentiert werden. Als weitere Gründe fürs Lädelisterben, die vom grünen Vorstoss nicht abgedeckt werden, nennen sie Überreglementierung, übertriebene Polizeikontrollen, die verbesserte ÖV-Anbindung ans nahe Ausland, fehlende Koordination von Bauarbeiten, teils fehlende Innovationskraft des Gewerbes und zu hohe Steuerbelastung.

Mit ihrem Postulat wollen René Neuweiler, Remo Daguati und Roger Bechtiger erreichen, dass der Stadtrat einen umfassenden Bericht über die Ursachen des Lädelisterbens im Stadtzentrum abliefert. Dazu gehört aus ihrer Sicht eine Analyse der Situation und des Kaufverhaltens in der Stadt insgesamt. Weiter soll der Stadtrat die Vorschriften auf den Prüfstand stellen, die Gewerbetreibende behindern. Und er soll konkrete Massnahmen gegen die Hauptursachen des Lädelisterbens aufzeigen, aber auch darauf eingehen, was für Möglichkeiten die Stadt gegenüber Bund und Kanton hat, um die Entwicklung positiv zu beeinflussen. (vre)

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