Drei Brüder – eine Leidenschaft

Der FC Rorschach gewinnt in der 2. Liga gegen die zweite Mannschaft von Rapperswil-Jona nach einer guten ersten Halbzeit 2:1. Für das Siegerteam spielen die drei Brüder Baumann, die auf diese Saison hin zusammengefunden haben.

Beni Bruggmann
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Die Brüder Yves, Oliver und Patrice Baumann (von links) sind im Fussball unterschiedliche Wege gegangen, in dieser Saison spielen die erstmals gemeinsam in einer Mannschaft. (Bild: Benjamin Manser)

Die Brüder Yves, Oliver und Patrice Baumann (von links) sind im Fussball unterschiedliche Wege gegangen, in dieser Saison spielen die erstmals gemeinsam in einer Mannschaft. (Bild: Benjamin Manser)

FUSSBALL. Fussball haben Oliver, Yves und Patrice Baumann schon immer gespielt, gemeinsam auf der Wiese beim Haus oder getrennt in den Nachwuchsteams des FC Rorschach. Aber dass sie alle drei in der gleichen Mannschaft zu einem offizielle Spiel antreten, ist erst am 26. August dieses Jahres geschehen. Mit drei «Baumännern» im Team verlor der FC Rorschach damals das Cupspiel in Herisau 0:2. Und nun, genau einen Monat später, spielen alle drei auf dem Pesta, wie die Rorschacher ihren Fussballplatz beim Pestalozzischulhaus liebevoll nennen, gegen Rapperswil-Jona.

Bälle gehören zur Familie Baumann. Die Mutter spielt Tennis, der Vater früher Handball, die grosse Leidenschaft der Söhne ist der Fussball. Der Vater ist Präsident der Gönnervereinigung FC Rorschach, des Donnerstagclubs. Er hat früher Junioren trainiert. So ist es nicht verwunderlich, dass an diesem Samstagnachmittag die ganze Familie Baumann auf dem Pestalozziplatz ist. Das war vor einem halben Jahr noch gar nicht möglich, spielten die Söhne doch in drei verschiedenen Teams: Bei Au-Berneck, bei Stella Azzurra Rorschach und beim FC Rorschach.

Drei Fussballer-Wege

Der 28jährige Oliver Baumann beginnt bei Rorschach als Goalie. Er bringt es ins Kader der ersten Mannschaft, ist aber dort nur Torhüter Nummer zwei. Beim FC Au-Berneck dagegen hat er seine Kollegen, also wechselt er ins Rheintal. Aber die Torhüter-Zeit ist vorbei: «Ich hatte keinen Spass mehr im Tor. Mich zog es in den Sturm.» Acht Jahre stürmt er für Au-Berneck. Auf diese Saison hin kehrt er nach Rorschach zurück.

Der 27jährige Yves Baumann hat den FC Rorschach nie verlassen. Er spielt aber nicht in der ersten Mannschaft, sondern bei der Stella Azzurra, dem selbständigen zweiten Team. Als diese Mannschaft zweimal absteigt, sucht er eine neue Herausforderung. Sie liegt nahe: Er findet sie in der ersten Mannschaft.

Der heute 24jährige Patrice Baumann ist als 15-Jähriger Mitglied der Rheintal-Bodensee-Auswahl und lernt dort Christoph Weishaupt, den Trainer, kennen. Als dieser das Traineramt in Rorschach übernimmt, kommt auch Patrice zurück: «Weil ich den Trainer schon kannte, hatte ich einen guten Start in der ersten Mannschaft.»

Robust und kopfballstark

Die Anordnung des heutigen Rorschach-Trainers David Gonzalez für das Spiel gegen Rapperswil ist unmissverständlich: Man will dem spielstarken Gegner mit Disziplin und Zweikampfstärke Raum und Spielfreude nehmen. Dafür sind die robusten Baumann-Brüder, alle athletisch und rund 1,85 Meter gross, bestens geeignet. Sie erfüllen die Trainervorgabe perfekt und gehen keinem Zweikampf aus dem Weg. Patrice und Oliver Baumann werden wegen ihres harten Einsteigens verwarnt. Die kopfballstarken Baumanns können aber nicht nur kämpfen, sie können auch ausgezeichnet Fussball spielen. Abwehrspieler Yves Baumann wirkt ruhig. Schnörkellos und korrekt erfüllt er seine Defensivaufgaben. Ganze zwei Fouls in 90 Minuten sind ein Kompliment. Patrice Baumann im Mittelfeld hat einen grossen Aktionsradius und ein gutes Auge für das Zuspiel. Und Oliver Baumann, der ehemalige Torhüter, ist ein wirkungsvoller Stürmer: Antrittsschnell, lauffreudig und sprungkräftig. Er erzielt die beiden Tore. Beim 1:0 leisten Bruder Patrice und Adrian Morina die Vorarbeit, er muss den Ball nur noch über die Linie schieben. Das 2:0 erzielt er per Kopf, die Flanke kommt von Morina.

Rorschach hat in jeder Reihe einen starken (Bau-)Mann.