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Dorfstrasse bleibt Baustelle

Statt den Verkehr zu beruhigen, führte die Umgestaltung der Dorfstrasse in Waldkirch zu gefährlichen Situationen. Die Arbeiten wurden deshalb gestoppt. Damit bleibt das Dorfzentrum auch politisch eine Baustelle.
Noemi Heule
Gemeindepräsident Aurelio Zaccari auf der Baustelle an der Dorfstrasse. Er will die Umgestaltung nochmals überdenken. (Bild: Michel Canonica)

Gemeindepräsident Aurelio Zaccari auf der Baustelle an der Dorfstrasse. Er will die Umgestaltung nochmals überdenken. (Bild: Michel Canonica)

Noemi Heule

noemi.heule

@tagblatt.ch

Die Dorfstrasse in Waldkirch ist Durchgangsstrasse und Dorfkern zugleich. Momentan jedoch klafft eine Baustelle im Dreieck zwischen Kirche, Metzgerei Hirschen und Pfarreiheim. Im Herbst fuhren die Bagger auf, Ende März stoppte der Gemeinderat die Arbeiten «wegen Schwierigkeiten in der Verkehrsführung».

«Unsäglich gefährlich» sei die Dorfstrasse seit Baustart, sind sich Passanten einig. Dabei hätte die Umgestaltung genau das Gegenteil bewirken sollen. Unterschiedliche Fahrbahnbreiten und gezackte Fahrbahnränder wurden als Verkehrsberuhigung angepriesen. Mit einem farbigen Belag sollte vor der Kirche eine «Platzwirkung» entstehen, unterstrichen durch Bäume, die den Strassenrand säumen.

Verunsicherung statt Beruhigung

Stattdessen verunsicherten die verschiedenen Breiten die Autofahrer. Auch können sie ob der schmalen Fahrbahn nur schwer kreuzen. «Die Fahrbahn verengt sich unmittelbar nach der Kurve», sagt Aurelio Zaccari. Der Gemeindepräsident steht vor der Kirche und zeigt in Richtung Kreisel, wo die Dorfstrasse auf die St. Pelagiberg- und die Hauptwilerstrasse trifft. Just vor dem Kindergarten im Schulhaus Steig müssen die Autos abrupt abbremsen, was zu gefährlichen Situationen mit Velofahrern und Kindern geführt habe.

Einige Bürger beschwerten sich seit Amtsbeginn beim Gemeindepräsidenten. Obwohl bis Ende 2016 bereits 438000 Franken investiert wurden, beschloss der Gemeinderat, das Projekt vorläufig zu stoppen. Vorerst soll nur die erste Bauetappe zwischen Dorfcafé und Pfarreihaus vollendet werden. Noch fehlen der farbige Belag und Bäume in den leeren Rabatten. Die Arbeiten vor dem Schulhaus Steig und bei der Liegenschaft Pöstli wurden aufgeschoben. Dort soll ohnehin der Bau des neuen Gebäudes mit Tiefgarage abgewartet werden.

«Man muss den Mut haben, einen Schritt zurückzugehen, um zukunftsträchtige Lösungen zu finden», sagt Zaccari. Er wünscht sich einen Dorfkern, der seinem Namen gerecht wird. Zwischen Kirche, Metzgerei und Pfarreiheim soll statt einer Durchgangs- eine Begegnungszone entstehen, mit möglichst wenig Verkehr. Dieser soll über die Hauptachsen Arnegger- und Pelagibergstrasse kanalisiert werden. «Nun müssen wir grundlegend über die Bücher», sagt Zaccari – und Fragen stellen, die anscheinend noch nie gestellt worden seien, etwa: «Braucht es die Steigstrasse überhaupt, die nun in die Dorfstrasse einzweigt und dort für noch mehr Bewegung sorgt?»

Zaccari ist sich bewusst, dass sich damit die Causa Dorfstrasse weiter verzögert. Seit Jahren ist das Thema sprichwörtlich eine Baustelle. Eine «langwierige ­Diskussion», die startete, als er selbst noch im Gemeinderat sass. Auch an der letztjährigen Bürgerversammlung wurde von einem «Chnorz» und «Flickenteppich» gesprochen.

Viele Waldkircher begrüssen es, dass der Gemeindepräsident die Sache überdenkt, statt die «vergangene Fehlplanung» auszubaden. Der jetzige Stand sei nicht nur gefährlich, sondern auch schlecht fürs Geschäft, sagt etwa Anita Sager von der Metzgerei Hirschen. «Wir spüren, dass der Verkehr abgenommen hat.» Sie hofft, dass künftig auch die Anwohner einbezogen werden. Zaccari sieht den Baustopp nicht als Kritik an seinem Vorgänger und den Planern; er will die Anwohner mit einem Infoanlass am 24. April an einen Tisch holen.

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