Dorf soll grüner werden

Eggersriet ist eine der wenigen Gemeinden in der Region ohne Umweltschutzkommission. «Das geht gar nicht», sagt Silvia Müller vom Forum Eggersriet-Grub. Jetzt hat sie eine Petition eingereicht.

Martina Kaiser
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Für eine Umweltschutzkommission: Silvia Müller vom Forum Eggersriet-Grub SG überreicht Gemeinderatsschreiber Pius Broger die Petition. (Bild: Martina Kaiser)

Für eine Umweltschutzkommission: Silvia Müller vom Forum Eggersriet-Grub SG überreicht Gemeinderatsschreiber Pius Broger die Petition. (Bild: Martina Kaiser)

Eggersriet. Es wäre falsch, Eggersriet ein umweltfeindliches Dorf zu schimpfen. Denn schliesslich hat es eine Umweltschutzstelle, die von Gemeindepräsident Markus Peter geführt wird. Für den linksgrünen Verein Forum Eggersriet-Grub SG reicht das aber nicht. «Im Bereich Umwelt und Naturschutz bewegt sich derzeit einfach gar nichts», kritisiert Forumsmitglied Silvia Müller. Das neue Gemeindehaus sei zwar nach Minergie-Standard gebaut worden, doch damit sei es nicht getan.

Schon früher hätten zahlreiche Anfragen des Forums nichts gebracht, der Gemeinderat habe sich taub gestellt. Jetzt will es mit einer Petition erreichen, dass eine Umweltschutzstelle geschaffen wird. 92 Unterschriften kamen zusammen.

Ziel ist nicht die «Energiestadt»

Konkret wird eine Kommission gefordert, die sich für erneuerbare Energien und eine ökologische Bauweise im Dorf einsetzt.

«Wichtig ist auch, dass die Kommission den Gemeinderat und die Einwohnerinnen und Einwohner in Umweltfragen beraten kann», sagt Silvia Müller. Ein weiteres Thema müsse die ökologische Vernetzung der Landwirtschaft sein. Es sei nicht primär das Ziel, das Label «Energiestadt» zu erhalten. Vielmehr gehe es darum, der Natur im Dorf mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Derzeit wird die St. Gallerstrasse, die quer durchs Dorf führt, saniert. Eine Strassenraumgestaltung mit Verkehrsinseln und Bepflanzungen am Ortseingang ist nicht geplant. Und das ist gar nicht im Sinne von Silvia Müller. Ebenso wenig versteht sie, dass das Biotop am Mülibach in Grub nicht unterhalten wird. «Es muss sich endlich etwas ändern.»

Weitere Schritte geplant

Ob der Gemeinderat auf die Petition eingeht, wird sich zeigen. «Grundsätzlich glauben wir nicht, dass es sich der Rat leisten kann, nicht auf die Petition einzutreten. Damit tut er sich keinen Dienst», findet Müller. Wäre das trotzdem der Fall, würde das Forum das Thema wieder aufgreifen, beispielsweise in Form eines Politstammes im Herbst, sofern bis dahin schon eine Antwort vorliegt.

Ursprünglich wollte Silvia Müller die Petition mit einem Topf Brennnesseln statt mit Blumen überreichen: «Einerseits ist die Brennnessel eine Nutzpflanze, andererseits soll sich der Gemeinderat immer wieder an ihr brennen. Denn für uns ist und bleibt der Schutz der Umwelt ein brennendes Thema.»