«Doppelspur Buchs–Sevelen ist nötig»

Der St. Galler Regierungsrat Benedikt Würth über den weiteren Ausbau der S-Bahn St. Gallen 2013 in Zeiten knapper Finanzen, über eingegangene Kompromisse und über den Doppelspurausbau im Rheintal.

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Benedikt Würth Volkswirtschaftschef Kanton St. Gallen (Bild: Quelle)

Benedikt Würth Volkswirtschaftschef Kanton St. Gallen (Bild: Quelle)

Herr Würth, das Gerüst der S-Bahn St. Gallen steht. Was sind die nächsten Ausbauschritte?

Benedikt Würth: Das ist zunächst eine Frage des kantonalen Finanzhaushalts, der uns zwingt, das vierte ÖV-Programm für die Jahre 2012/2013 praktisch einzufrieren. Die S-Bahn ist aber finanziert: Wird das Produkt stark genutzt, gibt das auch wieder zusätzliche Erträge.

Finanzen mal beiseite: Welche Ausbauten sind vorgesehen?

Würth: Ein wichtiger Schritt ist der Ausbau der S6 Richtung Bregenz. Ab 2013 ist es möglich, ohne Umsteigen von St. Gallen nach Bregenz zu fahren. Das ist für den Bodenseeraum ein beachtlicher Schritt, weil er die Regionen näher zusammenführt.

Die S-Bahn 2013 hat einigen Regionen im Kanton St. Gallen Kompromisse abverlangt. Werden diese Defizite baldmöglichst behoben?

Würth: Die Region Obersee profitiert am wenigsten von der S-Bahn 2013. Für die Kapazitätssteigerung mit Halbstundentakt im Linthgebiet braucht es den Doppelspurausbau Uznach–Schmerikon – etwa, um den Ringzug S4 bis Rapperswil weiterzuziehen –, damit liesse sich auch Degersheim wieder direkt an die S-Bahn Zürich anbinden.

Kommt auch Henau-Algetshausen wieder zu einem Halt?

Würth: Das ist noch offen, weil es davon abhängt, welches Konzept zwischen Wil und St. Gallen gefahren wird. Die Fahrt zwischen Zürich und St. Gallen wird ja weniger als 60 Minuten dauern; dieser «St. Galler Sprinter» wird zusätzlich zu den zwei stündlichen Fernverkehrsverbindungen verkehren und Sitzplatzkapazität schaffen, die allen Stationen an der Strecke zugute kommen wird.

Gibt es auch im Rheintal weitere Forderungen?

Würth: Beim Fernverkehr fordert die St. Galler Regierung, dass das Bahndreieck Zürich–St. Gallen–Chur bis 2018 auszubauen ist. Das Rheintal soll in Sargans halbstündlich an den integralen Halbstundentakt Zürich–Chur angebunden werden. Der Bundesrat sieht für den Ausbau Zürich–Chur 160 Mio. Franken bis 2025 vor – wir setzen uns dafür ein, dass auch die Anbindung des Rheintals zeitgerecht sichergestellt wird. Hierzu ist zwingend der Doppelspurausbau Sevelen–Buchs nötig. Diesen Ausbau braucht es auch, um die S-Bahn FL.A.CH auf Schweizer Seite bis nach Chur zu verlängern. Mit dieser Verlängerung liessen sich auch drei Werdenberger Stationen wieder anbinden.

Interview: Christoph Zweili