Doch keine Pensenreduktion für Lehrer

ST.GALLEN. Die Lehrerinnen und Lehrer der Volksschule im Kanton St.Gallen kommen doch nicht in den Genuss einer Pensenreduktion: Der Kantonsrat trat am Montag gar nicht auf eine Zusatzvorlage der Regierung und auf Vorschläge der vorberatenden Kommission ein.

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Nach Verhandlungen zwischen den Lehrerverbänden, den Schulen und dem Bildungsdepartement sollten nicht nur Lehrer mit einem vollen Pensum, sondern auch Teilzeit-Lehrkräfte mit einem Pensum von mindestens 50 Prozent entlastet werden. Die Regierung legte dem Parlament am Montag eine entsprechende Zusatzbotschaft vor.

Die vorberatende Kommission hatte den Vorschlag dahingehend korrigiert, dass die Pensen linear und nicht mit ganzen oder halben Lektionen gekürzt werden sollten und das Ganze unter dem Strich kostenneutral sein müsse. Die Regierung wehrte sich nicht dagegen. Ein Vollzeitpensum sollte nur noch 27 statt 28 Lektionen umfassen.

Bürgerliche dagegen
Den Fraktionen von SVP, FDP und CVP-EVP waren beide Varianten nicht gut genug; sie beantragten die entsprechenden Artikel aus der Vorlage zu streichen. Doch so weit kam es gar nicht. Der Rat trat mit 57 gegen 53 Stimmen gar nicht erst auf die Zusatzvorlage ein.

Das Ratspräsidium hatte eigentlich gar keine Eintretensdebatte durchführen wollen. Doch Karl Güntzel (SVP, St. Gallen) erreichte dies mit einem Zusatzantrag. Ruedi Blumer (SP, Gossau) als Präsident der vorberatenden Kommission und Bildungsdirektor Stefan Kölliker (SVP) hatten sich vergeblich für die Lehrerkräfte stark gemacht.

Für Ruedi Blumer ist der Entscheid des Parlaments “eine Katastrophe“ wie er gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte. Nun würden nicht einmal die in Vollzeit angestellten Lehrer entlastet.

Zweite Lesung am Dienstag
Im Frühling hatte der Rat in erster Lesung zur Aufwertung des Lehrerberufs einem Nachtrag zum Volksschulgesetz nur teilweise zugestimmt, den Teil der Pensenreduktion aber zurückgestellt.

Ja sagte das Parlament zu längeren Weihnachtsferien und zu höheren Einstiegslöhnen junger Lehrkräfte, sofern dies erforderlich sei. Dies Teile der Vorlage werden am Dienstag in zweiter Lesung behandelt. (sda)