DNS überführt Autoeinbrecher

Einem 56jährigen Schweizer wird vorgeworfen, in einer Tiefgarage ein Auto aufgebrochen zu haben. Vor Gericht beteuerte er seine Unschuld. Die am Fahrzeug gefundene DNS-Spur sprach jedoch gegen ihn.

Claudia Schmid
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In der Nacht vom 29. auf den 30. März 2014 wurden im ersten Untergeschoss der Tiefgarage Kreuzbleiche mehrere Autos aufgebrochen und nach Wertgegenständen durchsucht. Bei einigen Autos waren die Scheiben mit einem Stein eingeschlagen, bei anderen mit einem spitzen Gegenstand die ledernen Dächer aufgeschnitten worden. Zeitlich konnten die Untersuchungsbehörden die Fahrzeugaufbrüche nicht genau festlegen. Diese mussten zwischen abends um 19 Uhr und dem nächsten Morgen um 9.45 Uhr passiert sein.

Zweiter Täter überführt

Die Staatsanwaltschaft war zunächst überzeugt, dass der 56jährige Beschuldigte für alle Fahrzeugeinbrüche verantwortlich ist. Später stellte sich jedoch heraus, dass ein anderer Täter mindestens einen Teil der Autos aufgebrochen hat. Der Beschuldigte, der sich Anfang dieser Woche vor dem Kreisgericht St. Gallen verantworten musste, wurde daraufhin nur noch wegen eines Sachverhalts angeklagt. Im Fahrzeuginnern eines Volvos fanden die Untersuchungsbehörden eine DNS-Spur, die ihm zugeordnet werden konnte.

Bei der gestohlenen Ware handelte es sich lediglich um eine Sonnenbrille im Wert von knapp zehn Franken und einige wenige Münzen. Der Sachschaden am Auto betrug jedoch 1000 Franken. Die Staatsanwaltschaft klagte den Beschuldigten wegen Sachbeschädigung und Diebstahl an und verlangte eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 30 Franken. Diese sei unbedingt auszusprechen, da der Mann bereits mehrfach vorbestraft ist.

Tiefgarage nie betreten

Der Beschuldigte beteuerte in der Befragung der Einzelrichterin, dass er nie in der Tiefgarage gewesen sei. Schon seit mehreren Jahren verlasse er das Haus nach 19 Uhr nicht mehr. Wie seine DNS in das Wageninnere gekommen sei, könne er sich beim besten Willen nicht erklären. Er erachte die ganze Angelegenheit mehr als dubios.

Auf seine Vorstrafen und seine Lebenssituation angesprochen, erzählte der Mann, er erhalte seit zwölf Jahren eine IV-Rente, da er schwere Depressionen habe und deshalb auch immer wieder in psychiatrischen Kliniken gewesen sei. Bereits bei einer früheren Verurteilung sei es nicht wirklich mit rechten Dingen zu- und hergegangen. Weil er sich mit einer Flasche Whisky in der Hand in einer Bank habe aufwärmen wollen, habe man ihm einen versuchten Banküberfall vorgeworfen und ihn zu einem halben Jahr Freiheitsentzug verurteilt. Da er damals drogensüchtig gewesen sei, habe er sich nicht gegen die Verurteilung gewehrt. Er habe gedacht, dass ihm der Gefängnisaufenthalt diene, um von den Drogen loszukommen.

Mildere Geldstrafe

Die Einzelrichterin glaubte den Unschuldsbeteuerungen des Beschuldigten nicht. Die Beweislast durch die DNS-Spur sei zu erdrückend, betonte sie zum Schuldspruch. Ihr Urteil fiel aber milder aus, als von der Anklage verlangt. Die Geldstrafe beträgt 40 Tagessätze à 30 Franken.