Differenzierter Schutz für Einfamilienhäuser

Gestern hat das Stadtparlament zurückbuchstabiert. Dies, indem es eine Neuerung der letzten Totalrevision von Bauordnung und Zonenplan teilweise aufgehoben hat. 17 ehemalige Einfamilienhausgebiete werden so nach einem differenzierten System wieder unter Schutz gestellt.

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Gestern hat das Stadtparlament zurückbuchstabiert. Dies, indem es eine Neuerung der letzten Totalrevision von Bauordnung und Zonenplan teilweise aufgehoben hat. 17 ehemalige Einfamilienhausgebiete werden so nach einem differenzierten System wieder unter Schutz gestellt.

Überraschende Einigkeit

Das Parlament hiess die Änderungen gestern überraschend einhellig gut. Auch die früher ablehnende Fraktion von SP/Juso/PFG liess sich mehrheitlich vom stadträtlichen Kompromissvorschlag überzeugen. Einzig eine kleine Gruppe im grünen Block machte auf «Fundamental-Opposition» und lehnte die Neuerungen als verfehlt ab. Sie setzten ein falsches Zeichen, weil sie der heutigen Philosophie der Raumplanung zuwider liefen. Wenn man die Zersiedelung stoppen wolle, müsse man die Stadt baulich verdichten – mit Bauten von hoher Qualität.

Die Fraktionen von CVP/EVP/BDP, der FDP und der SVP stellten sich geschlossen hinter den stadträtlichen Vorschlag für einen differenzierten Schutz besonderer Einfamilienhausgebiete. Die Änderung wie die Abstufung des Schutzes für diese Gebiete seien sinnvoll, hiess es. Einzig in der neugeschaffenen Wohnzone mit besonderen Anforderungen gebe es Unsicherheiten, was erlaubt sei. Da müsse man jetzt im Alltag mit Augenmass eine gute Praxis entwickeln.

Lange Diskussionen

Bei der Totalrevision von Bauordnung und Zonenplan hatte die Stadt die Einfamilienhauszone abgeschafft. Dies, weil die bestehende Stadt nicht mehr ins Grüne hinauswachsen, sondern im Inneren verdichtet werden soll. Zudem waren die Beschränkungen in den Gebieten der Bauklasse E2 rechtlich nicht weiter aufrechtzuerhalten. Kurz nach Inkraftsetzung der neuen Bauordnung 2006 hatte es bereits erste Kritik an der Abschaffung der Einfamilienhauszone gegeben. Dies aufgrund grossvolumiger Bauvorhaben in solchen Zonen. 2008 hatte dann eine Motion die Rückkehr zur Einfamilienhauszone gefordert. Diese war nicht möglich, nach langer Diskussion ist jetzt aber ein mehrheitsfähiger Kompromiss geglückt. (vre)