Dieser Schauflug ist ein Skandal

Ein Pferd fliegt über die Frühlingsmesse Ausgabe vom 22. Februar 2014

Annelies Pfister Oberhofstettenweg 6a 9012 St. Gallen
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Wenn ein Pferd oder ein anderes Grosstier vom Rettungsdienst aus einer schmerzvollen, bedrohenden Situation gerettet wird, dann ist der Rettungsflug eine Hilfe und Erlösung vom akut bedrohlichen Zustand und kann Leben retten. Dem Rettungsdienst sei gedankt.

An der diesjährigen Frühlingsmesse in St. Gallen soll nun aber jeden Tag ein gesundes, lebendes Pferd mit dem Helikopter aus der Arena «gerettet» werden. Zum Gaudi der Zuschauer. Das ist ein Skandal.

Pferde reagieren ängstlich auf ihnen nicht bekannte Situationen. Und Pferde sind Fluchttiere. Allein die Anwesenheit in der Arena mit den erhöhten Zuschauerreihen um sie herum bedeutet Stress. Ein direkt senkrecht über dem Tier schwebender Helikopter, der Lärm und Wind verursacht, das Anseilen, hilflos in der Luft zu hängen und keine Chance zu haben, auf dem rettenden Boden dem Ungeheuer davongaloppieren zu können, das alles löst für das Pferd eine katastrophale Angstsituation aus.

Dies bedeutet Leid. Und wenn möglich lebenslange Angst vor Ereignissen, die das Tier mit dem «Rettungsflug» in Verbindung bringt. Unfälle mit durchgebrannten Pferden zeigen immer wieder, wie empfindlich diese Tiere auf solche ungewohnte Situationen reagieren.

Der Veranstalter opfert die Psyche eines Pferdes, nur um den Zuschauerinnen und Zuschauern ein Spektakel zu bieten, um mehr Messe-Tickets zu verkaufen. Das darf nicht sein. Das sind wir dem Partner Pferd als bewusst handelnde Menschen schuldig.

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