Diesem Gaul ins Maul schauen

«Wer hat das letzte Wort?», 16.3.2013

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«Wer hat das letzte Wort?»,

16.3.2013

Einem geschenkten Gaul schaue man nicht ins Maul, heisst es. Oder sollte man dies in diesem Fall doch tun? Mit einem Gratis-Parkhaus am Schibenertor wird uns nämlich zusätzlicher Verkehr «geschenkt». Die Ausfahrt der Parkgarage führt in eine bereits überbelastete Strasse, Velofahrerinnen und Velofahrer sowie Fussgängerinnen und Fussgänger müssten noch länger warten, bis sie die Strasse überqueren können. In letzter Zeit wurden im Zentrum sehr viele neue unterirdische Parkplätze geschaffen. Kann von Bankbeamten und Geschäftsbetreibern wirklich nicht verlangt werden, dass sie die wenigen Schritte zum nächsten Parkhaus unter die Füsse nehmen? Mehrere Untersuchungen zeigen, dass es dort immer freie Plätze hat – eine Studie, die das Gegenteil beweist, wurde noch nie vorgestellt. Die Tatsache, dass mehr Strassen und mehr Parkplätze mehr Verkehr hervorrufen, ist nicht nur von Untersuchungen bekannt. Dies mussten wir in den letzten Jahren in St. Gallen erfahren, und das wurde durch den Städtevergleich Mobilität bestätigt. Man kann es bedauern, dass man mit einer Konsultativabstimmung nicht nochmals deutlich Nein zur Parkgarage unter der «Union» sagen kann, aber nötig ist eine solche Abstimmung nicht. Die Vox-Analyse zeigte im Mai 2011 deutlich, dass keine zusätzliche Garage gewünscht wird. Wieso macht der Stadtrat eine durch Steuergelder finanzierte Analyse, wenn das Ergebnis nicht umgesetzt wird? Ich erwarte einen mutigen Entscheid: Die oberirdischen Parkplätze am Marktplatz sind endlich ersatzlos aufzuheben.

Agnes Haag Kantonsrätin SP

Kesselhaldenstr. 25, 9016 St. Gallen

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