«Diese Freiheit nehme ich mir nun»

Der Ehrenpreis des St. Galler Sport Preises geht am Montag an Dominique Gmür, den Geschäftsführer und sportlichen Leiter der Handballabteilung von St. Otmar. Der 63jährige Textilkaufmann engagiert sich seit 1967 für den Club. Die Preisverleihung in drei Kategorien erfolgt am Montag ab 18.

Merken
Drucken
Teilen

Der Ehrenpreis des St. Galler Sport Preises geht am Montag an Dominique Gmür, den Geschäftsführer und sportlichen Leiter der Handballabteilung von St. Otmar. Der 63jährige Textilkaufmann engagiert sich seit 1967 für den Club. Die Preisverleihung in drei Kategorien erfolgt am Montag ab 18.30 Uhr im Pfalzkeller in St. Gallen.

2013 erhielten Sie an der Swiss Handball Awards Night einen Spezial-Award. Am Montag wird Ihnen der St. Galler Ehrenpreis überreicht. Was bedeuten Ihnen solche Auszeichnungen?

Vor zwei Jahren wurde ich durch ein Handball-Gremium ausgezeichnet. Nun aber hat mich eine Jury gewählt, die nicht aus Handballern zusammengesetzt ist. Das freut mich sehr und macht diese Auszeichnung besonders wertvoll. Einen Teil dieses Preises widme ich Otmar Keller. Er war lange eine der wichtigsten Bezugspersonen für mich, wurde aber nie ausgezeichnet.

Otmar Keller, Ihr langjähriger Partner in der sportlichen Leitung, ist 2013 verstorben. Wie sehr hat sein Tod Ihr Leben verändert?

Mit seinem Tod brach in meinem Leben etwas weg. Unser Führungsstil war ein ähnlicher. Wir nahmen der Mannschaft alles ab, verlangten aber von ihr, dass sie sich auf dem Feld zerriss. Deshalb habe ich mich am vergangenen Mittwoch ja auch so aufgeregt, als wir das Derby gegen Gossau verloren. Ich hatte nicht das Gefühl, dass das Team bis an sein Limit gegangen ist. Otmar Keller und ich funktionierten gleich, wenn es darum ging, Niederlagen zu verarbeiten.

Haben Sie sich an Tagen wie beispielsweise am Mittwoch auch schon gefragt: Weshalb tue ich mir das alles an?

Es gibt manchmal diese Momente. Aber: Sie gehen schnell vorbei. Ich weiss, dass mir ohne St. Otmar etwas fehlen würde. Das weiss auch meine Frau Anita. Obwohl ich oft unterwegs war, hat sie mich immer unterstützt. Von Otmar Keller habe ich gelernt, dass uns der Verein vor allem dann braucht, wenn es ihm nicht gut geht, und nicht dann, wenn er einen Meistertitel feiern darf.

Mit Urs Schärer hat St. Otmar auf diese Saison hin einen Teammanager eingestellt. Wie haben sich Ihre Aufgaben verändert?

Um das zu beurteilen, ist es noch zu früh. Aber natürlich ist Urs Schärer eine Entlastung. Ich muss nicht mehr immer überall dabei sein. Diese Freiheit nehme ich mir nun. Ich werde beispielsweise nicht mehr alle Europacup-Reisen mitmachen. Weil ich jedoch nach wie vor das Vereinssekretariat führe, bin ich aber Ansprechperson, wenn es um die Belange des Vereins und der Mannschaft geht. (pl)