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DIEBSTAHL: Sechs Monate Haft für Wiederholungstäter

Ein junger Mann hat immer wieder gegen das Gesetz verstossen. Das Kreisgericht St. Gallen verurteilte ihn zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 13 Monaten, einer bedingten Geldstrafe und einer Busse.
Claudia Schmid

Die Serie von Straftaten, für die sich der 24-jährige Schweizer am Kreisgericht St. Gallen verantworten musste, begann im April 2016 mit geringfügigen Vermögensdelikten. Ihm wird vorgeworfen, zusammen mit seinem Kollegen einmal eine Flasche Vodka, ein anderes Mal eine Sonnenbrille in St. Galler Warenhäusern gestohlen zu haben. Als ­darauf eine Hausdurchsuchung folgte, fand man in seiner Wohnung Hanfpflanzen und Hanf­samen.

Nach Diebstahl in die Sitter geflüchtet

Weitere Straftaten folgten. Der Beschuldigte entwendete das Fahrzeug seines Vaters und fuhr damit, obwohl er keinen Führerausweis besass. Vorgeworfen wird ihm zudem ein versuchter Raub während einer Taxifahrt. Diesen bestritt er allerdings vehement. Im März 2017 stahl er wieder in Begleitung eines Kollegen vier Computer im Wert von rund 7000 Franken aus einem Warenhaus. Kurze Zeit später betraten sie ein weiteres Elektronikgeschäft und entwendeten vier Computer im Wert von rund 3000 Franken. Als die Diebstahlsicherung anschlug, rannten sie davon und liessen zwei Geräte fallen. Nachdem die Polizei eine Fahndung eingeleitet hatte, durchquerten die beiden Diebe auf ihrer Flucht die Sitter, konnten aber von den Beamten am Südufer verhaftet werden.

Der Beschuldigte war schon im jugendlichen Alter mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Mit 16 Jahren erhielt er unter anderem wegen Diebstahls eine erste Verurteilung. Zwischen 2011 und 2013 folgten mehrere Strafbefehle und Geldstrafen. Aufgrund familiärer Probleme habe er als Jugendlicher kein stabiles Leben gehabt und sei in ein Heim gekommen, erzählte er. Später habe er über lange Zeit wegen Nierensteinen und einer Infektion im Kiefer unter starken Schmerzen gelitten. Weil er dauernd Schmerzmittel habe nehmen müssen, sei er nicht bei sich selber gewesen. Um die Schmerzen zu betäuben, habe er zudem bis zu zehn Joints pro Tag geraucht und Heroin konsumiert. Die Clusterkopfschmerzen hätten dazu geführt, dass er immer wieder die Arbeitsstelle verloren habe und aus der Bahn geworfen worden sei.

«Schmerzen berechtigen nicht zu Straftaten»

Die Staatsanwältin beantragte eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 14 Monaten und eine Busse von 1900 Franken. Das Verschulden des Beschuldigten sei erheblich. Er habe trotz hängigen Verfahrens weiter delinquiert, führte die Staatsanwältin aus. Der Verteidiger stellte den Antrag, es sei ein Gutachten über die Schuldfähigkeit seines Mandanten zu erstellen, die Auf Grund seines hohen Schmerzmittel- und Drogenkonsums eingeschränkt gewesen sei. Er beantragte mehrere Freisprüche und eine milde, bedingte Geldstrafe. Die Lebensumstände seines Mandanten hätten sich seit dem Wegfall der Schmerzen massiv verbessert.

Das Kreisgericht St. Gallen lehnte es ab, ein Gutachten über die Schuldfähigkeit in Auftrag zu geben. Es stellte sich auch auf den Standpunkt, dass Schmerzen nicht dazu berechtigten, Straftaten zu begehen. Es sprach den Beschuldigten wegen mehrfachen geringfügigen Vermögensdelikts, mehrfacher Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes, Sachbeschädigung, versuchten Raubs, mehrfachen Diebstahls, Entwendung eines Motorfahrzeuges zum Gebrauch, Fahrens ohne Berechtigung, Fahrens in fahrunfähigem Zustand sowie Verletzung der Verkehrsregeln durch Nichtbeherrschen des Motorfahrzeuges schuldig. Es sanktionierte ihn mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 13 Monaten, wobei er ein halbes Jahr in Haft verbringen muss. Der Rest wird mit einer Probezeit von drei Jahren aufgeschoben. Die bedingte Geldstrafe beträgt 80 Tagessätze à 10 Franken und die Busse 600 Franken.

Claudia Schmid

stadtredaktion@tagblatt.ch

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