DIEBSTAHL IN RORSCHACHER HOTELS: Kleiderbügel und Mammutholz

Die Hotelgäste der Region Rorschach sind brav: Gestohlen wird nicht viel, Frotteetücher und Seifen sind am beliebtesten. Doch es gibt auch Kurioses: fehlende Kleiderbügel beispielsweise.

Christina Vaccaro
Drucken
Teilen
Im Rorschacherberger Hotel Schloss Wartensee bedienen sich Gäste hin und wieder an Kleiderbügeln. (Bild: Reto Martin)

Im Rorschacherberger Hotel Schloss Wartensee bedienen sich Gäste hin und wieder an Kleiderbügeln. (Bild: Reto Martin)

Christina Vaccaro

christina.vaccaro@tagblatt.ch

Kürzlich wurde eine deutsche Studie veröffentlicht, die über 1000 Hoteliers nach dem Klauverhalten ihrer Gäste befragt hat. Das Ergebnis: über die Hälfte der Gäste soll sich der «Kavaliers­delikte» schuldig machen und Handtücher, Bademäntel, Kleiderbügel bis hin zu Kunstwerken von ihrem Hotelbesuch mit nach Hause nehmen.

Die Studie von «Wellness Heaven», einem deutschen Unternehmen, das 4- und 5-Sterne-Hotels bewertet, befragte vorwiegend Hotels in Deutschland, Österreich und Italien. Über drei Viertel der befragten Hoteliers gab an, dass Handtücher in ihren Hotels gestohlen wurden. Auf Platz zwei der beliebtesten Hotelgegenstände befinden sich Bademäntel, Kleiderbügel rangieren auf Platz drei. Danach werden kleinere Gegenstände genannt, dazu zählen Stifte, Besteck, Kosmetik, Batterien.

Hotelgäste am Bodensee stehlen wenig

Die Ergebnisse der Studie können von den Hoteliers der Region Rorschach nicht bestätigt werden. Von Staad bis nach Horn können sich die Hotelbesitzer nicht beschweren. «Das bisschen, das entwendet wird, ist nicht der Rede wert», heisst es etwa aus dem Hotel Mozart in Rorschach. Dasselbe sagen das Hotel Bad Horn in Horn und das Hotel Rössli in Rorschach: «Hin und wieder ein Badetuch, aber nichts Schlimmes.» Auch im Hotel Weisses Rössli in Staad sind Frotteetücher am beliebtesten, daneben kommt Dekoration weg. Gern gesehen werden aber auch die kleinen Diebstähle nicht: «Natürlich ist jeder Diebstahl zu viel, schliesslich müssen wir die gestohlenen Gegenstände wieder ersetzen.» Das Schloss Wartensee in Rorschacherberg nennt fehlende Kleiderbügel: «Diese werden wohl eher aus Versehen entnommen.» Den Verlust von Handtüchern hat das Schlosshotel dagegen nicht zu beklagen: «Witzigerweise werden bei uns keine Handtücher mitgenommen. Diese sind nicht mit dem Hotelnamen beschriftet und deshalb anscheinend nicht interessant.» Ganz ähnlich geht es in Schloss Wartegg, ebenfalls in Rorschacherberg, zu. «Wir haben keine schönen Badetücher, da hat man nichts davon. Kleiderbügel kommen schon weg, natürlich nicht absichtlich.» Kurios ist dagegen, was aus dem Kräutergarten des Hotels gestohlen wird: Mammutbaumholz. «Wir haben vor kurzem einen Mammutbaum gefällt, das Holz ist rar und begehrt und der Holzhaufen in letzter Zeit leider kleiner geworden», sagt die Hotelière. Dennoch können sich Hotelbesitzer in der Region glücklich schätzen. Fernseher, Tablets, Kaffeemaschinen oder Pianos werden – im Gegensatz zu andernorts – nicht gestohlen. Teures Diebesgut wird laut Studie übrigens bevorzugt von 5-Sterne-Hotelgästen entwendet.»

Hinweis

Ergebnisse der Studie: www.wellness-heaven.de/wellness/studie-diebstahl-hotels