Die Zukunft St. Fidens klären

Der Stadtrat will Anfang 2016 einen Planungskredit für das Areal Bahnhof St. Fiden beantragen. Er will nicht Baulücken füllen, sondern einen neuen Stadtteil entwickeln. Die Frage der Überdachung des Bahnhofs bleibt aber vorerst noch offen.

David Gadze
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Das Gebiet rund um den Bahnhof St. Fiden soll entwickelt werden. Wie genau, soll im nächsten Jahr eine Testplanung aufzeigen. (Archivbild: Urs Bucher)

Das Gebiet rund um den Bahnhof St. Fiden soll entwickelt werden. Wie genau, soll im nächsten Jahr eine Testplanung aufzeigen. (Archivbild: Urs Bucher)

Die Stadt St. Gallen treibt die Entwicklung des Areals Bahnhof St. Fiden voran. In den vergangenen Monaten haben das Stadtplanungs- und das Tiefbauamt verschiedene Punkte, welche die Grundlagen für die weitere Gestaltung des Gebietes bilden, untersucht. Zusammen mit der Migros, die nach einer Lösung für den Standort St. Fiden sucht, haben sie eine technische Machbarkeitsstudie im Kerngebiet zwischen der Spinnereistrasse und dem östlichen Ende der Bachstrasse vorgenommen (siehe Grafik). Anfang 2016 soll eine Vorlage für einen Planungskredit ins Parlament kommen.

Welche Bäche offenlegen?

Von einer «komplexen Ausgangslage» spricht Florian Kessler, Leiter des Stadtplanungsamts. Beispielsweise sei die Struktur der Parzellen – auch jener nördlich der SBB-Gleise, welche die Stadt 2012 gekauft hat – ziemlich schmal. Die Untersuchung habe ergeben, dass eine Verlegung sowohl der Bäche als auch der Bachstrasse in nördlicher Richtung technisch machbar wäre. Unklar sei, welche Bäche offengelegt werden müssten und welche nicht. «In dieser Frage haben wir mit dem Kanton Lösungen gesucht, welche eine Entwicklung in diesem Gebiet unterstützen», sagt Stadträtin Patrizia Adam. So wären beispielsweise «Kompensationsflächen» für nicht offengelegte Bäche an anderen Orten denkbar.

In grosses Gebiet eingebettet

Der Planungsperimeter soll mehr umfassen als nur das Kerngebiet. «Für eine Gesamtentwicklung des Stadtteils spielen Struktur und Einbettung des Bahnhofareals in das ganze Gebiet zwischen der Rorschacher Strasse auf der einen und der Langgasse auf der anderen Seite eine Rolle», sagt Kessler. Die beiden Achsen sollen städtebaulich und nutzungsmässig – auch im Hinblick auf eine mögliche Einführung des Trams – gestärkt werden. Daraus abgeleitet stelle sich die Frage, wie dieses Gebiet, das von der Olma und vom Kantonsspital bis zu den Quartierzentren Heiligkreuz und Neudorf reicht, mit dem Areal Bahnhof St. Fiden interagieren soll, sagt Kessler. «Die Kernfrage ist, welche Entwicklungen in St. Fiden angestrebt werden sollen. Geht es bloss um das Füllen von Baulücken oder kann ein neuer Stadtteil entstehen?»

Überdachung weiterhin offen

Der Stadtrat strebe letzteres an, sagt Baudirektorin Patrizia Adam. Ob dies durch eine Überdachung des Bahnhofareals geschehen soll, sei aber noch völlig offen. Der Bahnhof St. Fiden müsse bis 2023 behindertengerecht umgebaut werden. Ausserdem prüft die Olma eine Überdachung der Stadtautobahn beim Rosenbergtunnel. «Diese Punkte gilt es, mit den beteiligten Stellen bei der weiteren Planung zu berücksichtigen.»

Das Ziel sei, bis Ende 2016 «das Zukunftsbild des Stadtteils St. Fiden zu klären», sagt Florian Kessler. Die bauliche Entwicklung sei aber ein langjähriger, ja jahrzehntelanger Prozess.