Die Zeit scheint für eine Fusion noch nicht reif

Für den Primarschulrat Wittenbach bringt eine Vereinigung mit der Politischen Gemeinde zu wenige Vorteile (Tagblatt vom 29. Oktober). Nur wenn die Oberstufenschulgemeinde mitmachen würde, wäre aus Sicht des Primarschulrats eine Fusion sinnvoll.

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Georges Gladig Präsident Oberstufenschulgemeinde Grünau (Archivbild: Urs Bucher)

Georges Gladig Präsident Oberstufenschulgemeinde Grünau (Archivbild: Urs Bucher)

Für den Primarschulrat Wittenbach bringt eine Vereinigung mit der Politischen Gemeinde zu wenige Vorteile (Tagblatt vom 29. Oktober). Nur wenn die Oberstufenschulgemeinde mitmachen würde, wäre aus Sicht des Primarschulrats eine Fusion sinnvoll. Georges Gladig, Präsident der Oberstufenschulgemeinde Grünau, sieht sich nun aber nicht genötigt, den Kurs seiner Gemeinde zu ändern.

Herr Gladig, sind Sie von der Haltung des Primarschulrats ebenso überrascht wie Gemeindepräsident Fredi Widmer?

Dieses Szenario war schon im ganzen Prozess und in allen Diskussionen ein möglicher Ausgang. Mich hat der Entscheid also nicht wirklich überrascht.

Die Primarschulgemeinde macht gemäss Präsidentin Ruth Keller nur dann mit, wenn auch die Oberstufengemeinde Interesse an einer Fusion hätte. Sie könnten die Fusionspläne retten, wenn Ihre Gemeinde noch aufspringt.

Das werden wir nach dem Parlamentsentscheid nicht tun. Im Mai wurde entschieden, dass eine Fusion mit Politischer und Primarschulgemeinde nicht geprüft werden soll.

Dabei handelte es sich aber nur um eine konsultative Abstimmung.

Das spielt keine Rolle. Wir akzeptieren den Entscheid und werden ihn jetzt gewiss nicht umstossen.

An der Bürgerversammlung vom 30. November der Primarschulgemeinde wird die «kleine Fusion» nun ziemlich sicher abgelehnt. Es ändert sich also nichts.

Auch damit musste man von Anfang an rechnen.

Hand aufs Herz: Hätten Sie dieses Szenario für möglich gehalten?

Es hat nun aus verschiedenen Gründen nicht geklappt. Wahrscheinlich ist die Zeit für eine Fusion einfach noch nicht reif. Aber wie gesagt, man muss immer mit allen möglichen Resultaten rechnen.

Können Sie dem Ganzen auch etwas Positives abgewinnen?

Den Meinungsbildungsprozess erlebte ich als sehr positiv. Die Räte der drei Gemeinden sowie die Parlamentarier haben sich intensiv mit der Fusionsfrage auseinandergesetzt. (ses)