Die Zeit reicht trotz allem

Der Bericht des Kantons über die Unterstützung einer Fusion von Gossau und Andwil lässt auf sich warten. Für die Vorberatende Kommission des Gossauer Parlaments ist das ärgerlich. Andere Gemeinden sind aber stärker betroffen.

Johannes Wey
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Alex Brühwiler Gossauer Stadtpräsident (Bild: Luca Linder)

Alex Brühwiler Gossauer Stadtpräsident (Bild: Luca Linder)

Der Kanton überdenkt seine Förderpolitik für Gemeindefusionen. Das betrifft auch das Projekt AndGo!2016: Anstatt im vergangenen Monat erstattet das Amt für Gemeinden erst frühestens vor den Sommerferien Bericht darüber, wie eine Fusion von Gossau, Andwil und der Schulgemeinde Andwil-Arnegg finanziell unterstützt würde.

Weniger hart getroffen

Für die Verantwortlichen des Fusionsprojekts ist das ärgerlich. Vor allem auf Gossauer Seite, denn hier muss sich bis zur Volksabstimmung im Februar 2016 mit dem Stadtparlament noch eine weitere politische Instanz mit der Fusion befassen. Der Marschhalt beim Kanton trifft aber das Projekt AndGo! weniger hart als die Gemeinden Schmerikon und Uznach. Dort will man schon Mitte September an der Urne abstimmen und kennt derzeit die genauen Auswirkungen einer Fusion noch nicht (Ausgabe vom Freitag).

Stadtpräsident nicht beunruhigt

Der Gossauer Stadtpräsident Alex Brühwiler ist froh, dass in Gossau und Andwil mehr Zeit bleibt als in Schmerikon und Uznach. Die Verzögerung sei kein grosses Ärgernis, obwohl eine solche Abstimmung natürlich genügend Vorlaufzeit für einen «seriösen politischen Meinungsbildungsprozess» verlange. Aber über die Fusion könne man ja auch diskutieren, bevor die Abstimmungsbotschaft des Parlaments vorliege.

VBK sind die Hände gebunden

Die Verschiebung betrifft derzeit vor allem die Vorberatende Kommission, die Bericht und Antrag ursprünglich im September ins Stadtparlament bringen wollte. Nun könne man erst weiterarbeiten, wenn der Bericht des Kantons vorliegt, sagt VBK-Präsident Stefan Häseli (CVP). «Wir gehen davon aus, dass wir den Antrag bis zur November-, spätestens Dezember-Parlamentssitzung formuliert haben.» Es zeige sich nun, dass es klug gewesen sei, den Zeitplan etwas grosszügiger anzusetzen. Der Abstimmungstermin im Februar 2016 sollte nicht gefährdet sein.

Keine Nervosität in Andwil

Andwils Gemeindepräsident Dominik Gemperli findet es schade, dass die Höhe der Förderbeiträge noch nicht bekannt ist. «Zum einen aus einer gewissen Neugier heraus, zum anderen, weil der Meinungsbildungsprozess nun bald Fahrt aufnimmt.» Der politische Prozess in Andwil werde durch die Verzögerung allerdings nicht gefährdet – sofern der Bericht des Kantons noch vor den Sommerferien kommt. «Der Gemeinderat wird in diesem Fall nach den Sommerferien so bald als möglich seine Haltung festlegen.»

Auch Emanuel Kummer, Präsident der Schulgemeinde Andwil-Arnegg, nimmt die Verzögerung beim Kanton gelassen hin. «Das hat für uns keine Konsequenzen.» In Gossau mit dem Parlamentsbetrieb sehe dies natürlich anders aus. «Für das Fusionsprojekt als Ganzes ist diese Verzögerung sicher keine gute Entwicklung», sagt Kummer.

Stefan Häseli Präsident VBK Stadtparlament (Bild: Coralie Wenger)

Stefan Häseli Präsident VBK Stadtparlament (Bild: Coralie Wenger)

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