«Die Werthaltung muss sich ändern»

Merken
Drucken
Teilen

Gleichstellung Cornel Rimle ist Präsident des Ostschweizer Vereins Forum Mann. Dieser setzt sich seit 1997 aktiv für die Gleichberechtigung von Männern ein und unterstützt die Volksinitiative für einen längeren Vaterschaftsurlaub. «Echte Beziehungen entstehen im Alltag», sagt er. Deshalb sei es umso wichtiger, dass Väter die gleichen Möglichkeiten hätten, eine Beziehung zu ihrem Kind aufzubauen wie Mütter. Ein längerer Vaterschaftsurlaub ist für Rimle aber nur einer von vielen Schritten, die zur Gleichstellung von Mann und Frau nötig sind. «Die Werthaltung in der Gesellschaft muss sich ändern», sagt er. Männer wollen heute bewusst Vater sein und zusammen mit der Frau die Verantwortung für den Nachwuchs übernehmen. Die Gesellschaft müsse deshalb ein neues Modell kreieren. «Sinnvoll wäre ein Elternurlaub von einem Jahr.» Diesen könnten Vater und Mutter innerhalb von fünf Jahren untereinander aufteilen. Zu welchem Zeitpunkt der bezahlte Urlaub eingelöst werden soll, könnte selbst entschieden werden. Dass die Umstellung der Wertehaltung nicht von heute auf morgen ­geschehen kann, dessen ist sich Rimle bewusst. «Das ist ein Generationenprozess.» Die Chancengleichheit von Mann und Frau bringe auch Konsequenzen mit sich. Diese müssten von allen getragen werden: Eltern, Arbeitgeber und Staat. «Die Volksinitiative ist ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichstellung», sagt er. Die Schweiz hätte dieses Thema im europäischen Vergleich bisher vernachlässigt. (sag)