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Die Welt geht doch nicht unter

Die zweiten Schultheatertage Ostschweiz haben sich um die Zahl Vier gedreht: Zu diesem Thema haben Schulklassen eigene Stücke entwickelt und am Montag und Dienstag in der Lokremise aufgeführt – mit viel Herzblut.
Katharina Brenner
Während die Oma vor dem Fernseher einschläft und der Vater Zeitung liest, streiten sich die Kinder um den Eisbären aus Plüsch. (Bild: Benjamin Manser)

Während die Oma vor dem Fernseher einschläft und der Vater Zeitung liest, streiten sich die Kinder um den Eisbären aus Plüsch. (Bild: Benjamin Manser)

Die schwere Tür vom Bühnenraum in der Lokremise geht auf, heraus strömt eine wilde Schar Kinder. Die letzten Vorbereitungen sind getroffen, jetzt gibt's Mittagessen – eine Stärkung vor dem grossen Auftritt um 13 Uhr für die jüngsten Schauspieler an diesem Tag. Es sind Primarschüler, Klasse eins bis drei, aus Trogen im Appenzell.

Ein Stockwerk höher stehen Dritt- und Viertklässler aus Sitterdorf im Thurgau eng an eng im Maskenraum und schlüpfen in ihre Jacken. Sie haben gerade auf der Bühne gestanden. «Es war toll», sagen alle gleichzeitig. Und einige fügen hinzu, sie würden das Stück am liebsten gleich nochmal spielen.

Jeweils vier Klassen treten auf

Vier Klassen haben am Dienstag bei den zweiten Schultheatertagen Ostschweiz in der Lokremise in St. Gallen auf der Bühne gestanden. Jede Klasse hat vor den anderen drei ein Stück aufgeführt. Am Montag waren bereits nach demselben Muster vier Klassen aufgetreten. Die Projektleitung hatte das Alter der Kinder aufeinander abgestimmt.

Nicht nur vier Klassen sind jeweils aufgetreten, ihre eigens entwickelten Stücke hatten auch die Zahl Vier zum Thema. Was die Klassen während der Planung und der Proben daraus machen würden, stand ihnen völlig offen. Die einzigen Vorgaben waren, dass die Stücke zwischen 25 und 30 Minuten lang sein und das Bühnenbild nur aus Stellwänden und acht grossen schwarzen Würfeln bestehen sollte. Dadurch sollten alle Klassen dieselben Bedingungen haben.

Hilfe von Theaterpädagogen

Bei der Stückentwicklung und den Proben unterstützten Theaterpädagogen die Klassenlehrer. Barbara Bucher etwa betreute die jüngste Klasse, die Primarschüler aus Trogen. «Anfangs hatte ich Bedenken, ob die Kinder nicht doch zu klein sind», sagt sie. Doch diese Angst habe sich schnell gelegt. «Wir haben viel über die Körpersprache gemacht. Das hat toll funktioniert.» Rollenspiele seien etwas ganz Natürliches, sagt sie. Etwas, das für Kinder ungemein wichtig sei. An den Schulen Theater zu spielen, sei deshalb eine Riesenchance für die Kinder.

Die Kinder sind begeistert

Die sind begeistert und aufmerksam, selbst am Nachmittag, beim vierten Auftritt an diesem Tag. Viertklässler aus Berneck im Kanton St. Gallen führen ein Stück mit dem Titel «Countdown» auf. Bevor es losgeht, verteilt Petra Cambrosio, die mit Kristin Ludin und Mario Franchi die Theatertage leitet, «Toi-toi-toi-Zückerli». Die sollen Glück bringen und vor allem auch Spass. Das Stück hat indes ein ernstes Thema. Zu Beginn prophezeit ein Wahrsager nach dem Blick in einer kristallene Kugel, dass die Welt in vier Tagen untergeht. Und was machen die Menschen? Sie schieben sich gegenseitig die Schuld für den Weltuntergang zu.

Doch kurz darauf vergeben sie einander und sagen ihren Liebsten, wie sehr sie sie mögen. Dann bleiben ihnen noch vier Stunden, bis die Welt untergeht, dann nur noch vier Sekunden. Der Countdown läuft. Aber ganz langsam, die Kinder bewegen sich in Zeitlupe. So werden aus vier Sekunden viele, viele mehr. Und die Welt geht am Ende doch nicht unter.

Runde mit Rückmeldungen

Im Anschluss an das letzte Stück gibt es eine Runde mit Rückmeldungen. Mithilfe von Stichwörtern wie Stilmittel, Licht und Aussagen sprechen die Kinder im Publikum über das Stück. Drei sogenannte «Einblicker» nehmen jetzt am Bühnenrand Platz. Die drei Frauen kommen aus dem Theaterbereich. Sie haben sich das Stück angesehen und geben den Kindern ebenfalls ein Feedback zu den unterschiedlichen Aspekten.

Beim Thema Aussagen fragt Projektleiterin Petra Cambrosio die Kinder im Publikum, was sie denn machen würden, wenn die Welt wie im Stück in vier Tagen unterginge. Die Antworten kommen schnell und fallen sehr unterschiedlich aus: Fussball spielen, mit dem Hund spazieren gehen, ins Disneyland Paris oder ins Legoland fahren und Mutter werden.

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