Die Vorstösse sollen sich nun auszahlen

Flig Die Freie Liste Gossau will ihren fünften Parlamentssitz zurückerobern. Ihre Stärke sieht sie darin, eine echte Lokalpartei zu sein.

Johannes Wey
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Bild: Johannes Wey

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Den Sitz, den die Freie Liste Gossau (Flig) bei den Wahlen vor vier Jahren verloren hat, will sie am 25. September zurückgewinnen. Bei der Kandidatensuche musste sich Parteipräsident Alfred Zahner aber ins Zeug legen. Seine Schilderungen, wie er in seinem Umfeld und in der Nachbarschaft rekrutierte, löste bei der Nominationsversammlung Schmunzeln aus (Tagblatt vom 27. Mai). Nun zählt die Flig-Liste 15 Namen. Darunter auch Tamara Harder und Elena Sutter, die Töchter der beiden bisherigen Flig-Parlamentarier Stefan Harder und Erwin Sutter. Tamara Harder und Elena Sutter – die beiden einzigen Frauen – belegen die Listenplätze gleich hinter den vier Bisherigen, zu denen auch Zahner sowie Matthias Ebneter gehören.

Zu den Schulratswahlen hat die Partei schon mehrfach ihren Unmut geäussert. Ihr Bisheriger Linus Balzan muss sich einer Kampfwahl stellen. Dass die FDP nebst dem Sitz von Schulratspräsident Urs Blaser auch ihre beiden Sitze mit zwei neuen Kandidierenden verteidigen will, findet die Flig masslos.

Gute Chancen, nachzurücken

Zu einem Sitz im Stadtparlament könnte Tamara Harder (Listenplatz 5) auch dann kommen, wenn die Flig ihr Ziel nicht erreicht. Wer bei der Flig auf einem Ersatzplatz landet, kann schnell zum Zug kommen. In der ablaufenden Legislatur folgte etwa Damian Bühler auf Marianne Federer, für den kein Jahr später Matthias Ebneter nachrückte. Alfred Zahner hat den Zeitpunkt für seinen Rücktritt bereits festgelegt, hält ihn aber noch geheim, wie er 2015 gegenüber dem Tagblatt erklärte.

Zahner zählt auch zu den fleissigsten Verfassern von Vorstössen. Dies soll sich nun im Wahlkampf auszahlen. Unter dem Titel «Die Flig handelt» listet Zahner in einem Leserbrief Themen auf, bei denen die Partei aktiv wurde: vom Poller im Zentrum bis hin zum Internet der Dinge.

Alleinstellungsmerkmal Gossau

Auch dass es die Flig nur in Gossau gibt, ist eines ihrer Alleinstellungsmerkmale. «Die Stimme für Gossau» lautet ihr Slogan, und auf dem Wahlkampf-Flyer wird daraus abgeleitet, dass die Partei deswegen unabhängig sei. Auch darum wird speziell hervorgehoben, wo die Flig ihre Wahlkampfwerbung produzieren lässt: «Gedruckt in Gossau», heisst es auf dem Flyer.