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Die Urinverwertung wird zur Sonderschau

Die Generalversammlung der Genossenschaft Unterer Brühl ging innert Minuten über die Bühne. Dabei hat die Genossenschaft ein aufregendes Jahr hinter sich.
Fredi Kurth

Der Jahresanlass der Genossenschaft Unterer Brühl (GUB) ist einer der wenigen, bei dem das Haupttraktandum nicht auf der Traktandenliste steht: das gestiftete Abendessen im Fondue-Stübli. Präsident Dölf Sutter wickelt die eigentlichen Geschäfte jeweils in Windeseile ab, damit die Genossenschafter möglichst bald die Brotstückli in den verflüssigten Käse tunken können.

Erfolgreicher Kampf dem Wildpinkeln

Dass diesmal die 23 Minuten nicht Rekord bedeuteten, hat durchaus mit dem Thema «das Geschäft verrichten» zu tun: Die zum 25-Jahr-Jubiläum vorgestellte Verwertung des Olma-Urins habe sich positiv entwickelt. «Sie wird dieses Jahr in offenem Gelände bei der Arena unter dem Titel <Urin – das flüssige Gold> vorgestellt», sagte Dölf Sutter. Da die Ankündigung bereits zum Jubiläumsanlass am 1. April erfolgt sei, meinten heute noch viele, es habe sich um einen Aprilscherz gehandelt. Das so entstehende Produkt heisst «Aurin», ein Flüssigdünger, der für zehn Franken pro halben Liter angeboten wird.

Die Aktion entstand im Rahmen der erfolgreichen Massnahmen gegen das Wildpinkeln während der Olma. Die GUB selbst hat mit einem Pissoir-Container vor einem Jahr zur Entschärfung des Übels beigetragen, wie dem Jahresbericht des Präsidenten zu entnehmen ist. Diesmal soll der Container noch besser signalisiert werden.

Dölf Sutters Abschied wird vorbereitet

Mit Werner Kühne wurde am Mittwochabend für Jürgen Wetzold ein neues Vorstandsmitglied gewählt. Wetzold tritt nach 22 Jahren zurück, nachdem er sich auch als Beizer im Waaghaus verabschiedet hat. Der Stadtparlamentarier Werner Kühne soll in zwei Jahren das Präsidentenamt übernehmen, das Sutter seit 26 Jahren innehat. Im Waaghaus hat Gastro Stadt St. Gallen als Vertragspartnerin der GUB dem langjährigen Betreiber des Festzeltes, Heinz Frunz, die Betriebsführung übergeben.

Im Festzelt selber fand gemäss Rückschau auf die letztjährige Olma ein «eigentlicher Quantensprung» statt. Der neue Betreiber FM1 verzichtete weitgehend auf Sitzplätze sowie auf Verpflegung und Live-Orchester und bot dafür ein jugendliches Programm mit DJ-Musik. Der Besucherandrang sei enorm gewesen, am Freitag- und Samstagabend hätten fast schon chaotische Zustände geherrscht. Die älteren Besucher würden nun immer mehr zu den anderen Angeboten der GUB wechseln, dem Walliserstall und dem Fonduestübli. «Damit ist die Kontinuität gewährleistet und der Fortbestand unserer GUB sichergestellt», schreibt Sutter.

Einnahmen durch Vermietungen

Das eingangs etwas unappetitliche Thema erhöhte eher die Stimmung im Fonduestübli, als dass es sie dämpfte. Die «Furz-Idee», wie sie der Präsident bezeichnete, soll aber nicht zum Hauptgeschäft der Genossenschaft werden. Nicht der Verkauf von Flüssigdünger erscheint somit als Haupteinnahme in der Erfolgsrechnung, sondern die Vermietungen in der Höhe von 84 500 Franken. Nur für den Fall, dass jemand vermeintlichem 1.-April-Scherz immer noch nicht traut: Einfach hingegen und die «Sonderschau» bestaunen.

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