Die unermüdliche Helferin

Seit Jahren engagiert sich Lotti Latrous für die Ärmsten in den Slums Westafrikas. Selbst von ihren gesundheitlichen Problemen lässt sich die 61-Jährige nicht stoppen. Am kommenden Freitag referiert die Schweizerin des Jahres 2004 in Goldach.

Linda Müntener
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Lotti Latrous Entwicklungshelferin (Bild: www.lottilatrous.ch)

Lotti Latrous Entwicklungshelferin (Bild: www.lottilatrous.ch)

GOLDACH. Es ist ein besonderer Gast, den die Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Goldach am kommenden Freitag empfängt. Lotti Latrous hat in Adjouffou, dem Elendsviertel der ivoirischen Hauptstadt Abidjan, ein Ambulatorium, ein Spital und ein Waisenhaus aufgebaut. Am Freitag spricht die 61-Jährige in Goldach über ihre Arbeit.

Mehrfach ausgezeichnet

1999 hat Lotti Latrous ihr Ambulatorium «Centre Espoir» im Slum Adjouffou in der Nähe von Abidjan, der Wirtschaftsmetropole der Elfenbeinküste, gegründet. Sie lebte damals als Frau von Nestlé-Direktor Aziz Latrous in der ivoirischen Hauptstadt. Später errichtete sie ein Spital sowie ein Waisenhaus – und hat damit Tausenden Menschen das Leben gerettet. Mit ihrem Einsatz für die Ärmsten hat sich Lotti Latrous einen Namen gemacht. 2002 erhielt sie den renommierten Adele-Duttweiler-Preis, im Januar 2005 wurde sie vom Schweizer Fernsehpublikum zur «Schweizerin des Jahres 2004» erkoren. 2009 erhielt Lotti Latrous den Elisabeth-Norgall-Preis, in der Zwischenzeit erschienen mehrere Dokumentarfilme und Bücher über ihre Arbeit in Westafrika.

Auszeit in der Schweiz

Im Juni 2012 folgte ein herber Rückschlag: Die Lotti-Latrous-Stiftung gab bekannt, dass Lotti Latrous aus gesundheitlichen Gründen die Leitung ihrer Projekte in der Elfenbeinküste aufgeben wird. Sie kehrte in die Schweiz zurück, um ihre Lungenprobleme behandeln zu lassen. Seit diesem Jahr arbeitet sie wieder in Afrika, allerdings gönnt sie sich regelmässige Auszeiten in der Schweiz. «In der Schweiz werde ich meine Lungen-Zeit haben, in Abidjan meine Seelen-Zeit», sagte Latrous vor ihrer Behandlung. Die Zeit in der Schweiz nutzt die Entwicklungshelferin ausserdem, um über ihr Engagement zu informieren – so auch am kommenden Freitag in Goldach. Latrous sei die Cousine einer Religionslehrerin, heisst es in einer Mitteilung der Kirchgemeinde. Deshalb habe man die Möglichkeit bekommen, mit ihr in Kontakt zu treten.

Freitag, 28. November, 19 Uhr, evang.-ref. Kirche Goldach.