Die Umstellung hat geklappt

Das neue ÖV-Regime rund um die Grossbaustelle Bahnhofplatz funktioniert. Das sagt Stadtingenieur Beat Rietmann fünf Wochen nach der Umstellung. Damit es funktioniere, brauche es zwei Dinge: Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme.

Daniel Wirth
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Der Warteraum vor dem Neumarkt wurde westwärts verschoben, damit der Migros-Eingang frei bleibt. (Bild: Reto Voneschen)

Der Warteraum vor dem Neumarkt wurde westwärts verschoben, damit der Migros-Eingang frei bleibt. (Bild: Reto Voneschen)

Seit dem 24. August halten Busse der Linien 1, 4 und 7 der Verkehrsbetriebe St. Gallen sowie Postautos nicht mehr auf dem Bahnhofplatz, sondern auf der St. Leonhard-Strasse bei Hauptpost und Einkaufszentrum Neumarkt. Die Chauffeure der Fahrzeuge lassen Passagiere im so genannten Stop-and-Go-System zu- und aussteigen. Vor fünf Wochen änderte sich viel im öffentlichen Verkehr der Stadt – für Fahrgäste und Chauffeure. Doch die Umstellung verlief ohne grosse Schwierigkeiten. «Wir haben viele positive Rückmeldungen erhalten», sagt Stadtingenieur Beat Rietmann. Wichtig sei eine gute Kommunikation vor und unmittelbar bei der Umstellung gewesen. Die Stadt habe einen grossen Aufwand dafür betrieben. «Und das hat sich gelohnt», blickt Rietmann zurück.

Kleine Korrekturen gemacht

Nach der Umstellung haben die Stadt und die Transportunternehmen Erfahrungen gesammelt und Korrekturen angebracht bei der ÖV-Organisation.

Der Warteraum vor dem Einkaufszentrum Neumarkt wurde einige Meter Richtung Westen verlegt. Der Grund: Viele Fahrgäste warteten direkt vor dem Haupteingang zum Neumarkt auf ihren Bus oder auf ihr Postauto. Die Folge: Der Eingang in die Migros war versperrt. Das hat man also korrigiert. Und noch etwas wurde unmittelbar beim Neumarkt angepasst: Der Fussgängerstreifen über die St. Leonhard-Strasse zur Hauptpost und zum Bahnhof wurde um circa zwei Meter verbreitert, damit auch grosse Menschentrauben sicher über die Strasse gehen können. Noch justiert wird gemäss Rietmann die Anzeigetafel bei der Haltestelle vor dem Neumarkt. Im Moment würden noch Busse und Postautos aufgeführt, die nicht halten. Das könne Verwirrung auslösen, gesteht Rietmann ein.

Es geht oft um Sekunden

Anpassungen wurden laut dem Stadtingenieur auch bei der Lichtsignalsteuerung vorgenommen. «Allerdings», räumt Rietmann ein, «ging es bei diesen Korrekturen um Sekunden.»

Dass das neue ÖV-Regime funktioniert, hat nach Meinung Rietmanns damit zu tun, dass die Verkehrsteilnehmer aufmerksam und rücksichtsvoll seien. Es sei klar, dass Fussgänger heute mancherorts länger warten müssten, bis die Ampel auf Grün schalte. Hier sei Geduld gefragt und Verständnis. Wenn ein eiliger Fussgänger nicht warten könne und bei Orange noch den Fussgängerstreifen betrete oder bei Rot hinüber renne und dadurch einen Bus zum Abbremsen zwinge, sei Aufmerksamkeit und Toleranz des Chauffeurs gefragt. Es werde wohl noch den einen oder anderen Huper geben, während des Provisoriums.