Die Türe zum Bestseller öffnen

Ein Vollzeitjob, eine Band und ein Hörbuchprojekt: Andrea Bättig hat gut zu tun. Ihre Leidenschaft gilt aber vor allem dem Schreiben. Mit der Neuauflage ihres Romans «Eine fast unanständige Frau» hofft sie auf den Durchbruch.

Stephanie Sonderegger
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Andrea Bättigs Buch ist nur über digitale Wege verfügbar – für sie kein Problem, sie liest viel und gerne auf ihrem E-Reader. (Bild: Stephanie Sonderegger)

Andrea Bättigs Buch ist nur über digitale Wege verfügbar – für sie kein Problem, sie liest viel und gerne auf ihrem E-Reader. (Bild: Stephanie Sonderegger)

GOLDACH. «Ich bin eine Geschichtenerzählerin», sagt Andrea Bättig und lacht, während ihr ihre zwei Norweger-Perser-Katzen um die Beine streichen. Es ist kühl in der Küche des alten Hauses unweit vom Hafen Goldachs entfernt. Hier lebt Andrea Bättig, die den Künstlernamen Andi LaPatt trägt, «weil Bättig im Ausland kaum einer richtig aussprechen kann». Andi LaPatt ist auch auf dem Cover ihres digitalen Buches «Eine fast unanständige Frau» zu lesen, das in einer überarbeiteten Version neuerdings in allen gängigen Online-Buchshops wie Amazon und Thalia zu finden ist.

Lehrerin verhilft zum Schreiben

Mit dem Lesen und dem Schreiben hat sich die in St. Gallen und Wittenbach aufgewachsene Autorin zu Beginn ihrer Schulzeit allerdings schwer getan. «Meine neue Lehrerin in Wittenbach hat sich darauf stundenlang mit mir hingesetzt. Sie ist dafür verantwortlich, dass ich seitdem so gerne lese und schreibe.» Nachdem Andrea Bättig alle Bücher der Schulbibliothek gelesen und die offizielle Schulzeit beendet hatte, absolvierte sie eine Lehre als Kaufmännische Angestellte. Die Idee, ihre Leidenschaft zu schreiben zum Beruf zu machen, sei damals nicht zur Debatte gestanden, sagt sie: «Manchmal liegen die Sachen so nah, dass man sie gar nicht sieht.» Inzwischen ist die 45-Jährige im Personalwesen und in der Berufsbildung tätig, «ein Job, der mir wirklich Spass macht».

«Schreib doch mal ein Buch!»

Doch auf das Schreiben wollte die kommunikative und lebensfrohe Frau nie verzichten. «Egal wo ich war, ich hab immer irgendwelche Geschichten erzählt. Irgendwann haben mir alle gesagt: <Schreib doch mal ein Buch!> Das hab ich dann gemacht.» Entstanden ist die Erstauflage von «Eine fast unanständige Frau» – ein Roman, der in der Ostschweiz spielt. «Es war mir wichtig, dass ich Orte mit in meine Geschichte einfliessen lasse, die man hier kennt», sagt die Goldacherin. Neben der Tiki Strandbar und der Pizzeria Fontana in Goldach spielt die Geschichte um Hauptprotagonistin Annika Berger auch in der AFG Arena in St. Gallen und in der Jacks Bar in Arbon. Die Verkaufszahlen waren gut, ebenso die Rezensionen, die Andrea Bättig über die Internetplattform Amazon erhielt. Arbeitsbedingt musste sie den Verkauf dann aber einstellen. Nun ist die Neuauflage von «Eine fast unanständige Frau» in digitaler Form wieder erhältlich. «Ich war nicht mehr ganz zufrieden mit dem Ende und wollte die Geschichte nochmal komplett überarbeiten», sagt die Autorin, deren Reiz es ist, ein Buch in jedem Genre zu schreiben. Da sie für ihren Roman bisher keinen Verlag gefunden hat, hat sie ihre Texte über ein Portal zum Publizieren eigener digitaler Bücher namens «neobooks» hochgeladen. «Wenn das Buch gut läuft, bekomme ich dort die Chance, in den an das Portal angehängten Verlag aufgenommen zu werden», sagt die 45-Jährige.

Multitalent mit Zeitproblemen

Ein Hoffnungsschimmer, der für die Autorin wichtig ist. Denn den Traum, eines Tages vom Schreiben leben zu können, möchte sie nicht aufgeben, sagt sie bestimmt, während vor ihr die ausgedruckte Inhaltsangabe ihres neuen Werkes liegt. Der erste Teil des Fantasyromans «Die Siegel Asinjas» sei bereits fertig. «Sobald das Cover gezeichnet ist, wird auch dieser Roman veröffentlicht. Ich hoffe, ich finde bald die Zeit, am zweiten Band zu arbeiten», sagt die Autorin. Die Steckbriefe ihrer Figuren habe sie bereits aufgelistet, eine Landschaftskarte hängt ebenso an der Wand. Was Andrea Bättig fehlt, ist Zeit. Denn neben ihrem Vollzeitjob nimmt die Geschichtenerzählerin Gesangsstunden, arbeitet an einem Musikalbum, singt in einer Band, lernt Englisch und Spanisch, spielt in Kurzfilmen mit und versucht sich im Vertonen ihres eigenen Hörbuches zu «Eine fast unanständige Frau». Sie fügt lachend hinzu: «Stimmt, das habe ich bei all den Projekten glatt vergessen, zu erwähnen.»

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