Die Tage werden schneller kürzer

Wer das Gefühl hat, dass es plötzlich viel früher dunkler wird, hat sich nicht getäuscht. Tatsächlich werden die Tage zum Herbstanfang am schnellsten kürzer. Das ist auch in der Region Rorschach zu beobachten.

Andreas Walker
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Zurzeit nimmt die Tageslänge am schnellsten ab. Es ist deutlich früher dunkel geworden.

Zurzeit nimmt die Tageslänge am schnellsten ab. Es ist deutlich früher dunkel geworden.

REGION AM SEE. Unlängst konnte man noch abends im Garten sitzen, grillieren, plaudern und sich an lauen Sommerabenden freuen. Nun nimmt die Tageslänge mit Riesenschritten ab. Zwar hat die Verkürzung der Tage schon seit der Sommersonnenwende am 21. Juni begonnen. Doch bis Ende Juli machte sie sich kaum bemerkbar. Ob die Sonne am Abend um 21.24 Uhr (21. Juni) oder um 20.59 Uhr (31. Juli) untergeht, fällt an einem lauen Sommerabend draussen kaum auf. Somit ist es keine subjektive Empfindung, dass die Tage im Sommer für lange Zeit bis spät abends fast gleich lang hell bleiben. Je näher allerdings der Herbstanfang rückt, desto schneller wird die Tageslänge verkürzt. Es ist in den vergangenen Wochen auch in der Region am See deutlich früher dunkel geworden – und die Sonne geht am Morgen viel später auf.

Jeder Tag 31/2 Minuten kürzer

Am 23. September um 10.21 Uhr überquerte die Sonne den Himmelsäquator südwärts und Tag und Nacht waren gleich lang – damit begann der Herbst. Von diesem Zeitpunkt an ist die Nacht länger als der Tag. Und ihre Länge wird sehr schnell weiter anwachsen. Schliesslich wird mit der Zurückstellung von Sommerzeit auf Winterzeit Ende Oktober endgültig und schlagartig die Zeit der hellen Abende vorbei sein. Die schnellste Änderung der Tageslänge findet jeweils im Frühling und Herbst statt, wie folgendes Beispiel zeigt: Anfang Dezember wird die Tageslänge bei uns im Durchschnitt nur etwa 11/2 Minuten kürzer pro Tag. Ende September hingegen werden die Tage viel schneller kürzer – nämlich um knapp 31/1 Minuten pro Tag. Genau so schnell nehmen sie dann zum Frühlingsanfang wieder zu.

Tag und Nacht tauschen Dauer

Vom 23. September bis zum 30. Oktober verkürzt sich der Tag um rund zwei Stunden. Vergleicht man die gleiche Zeitspanne vom 15. November bis zum 22. Dezember, sind es lediglich 53 Minuten. Bis zur Wintersonnenwende am 22. Dezember wird die Verkürzung der Tage immer mehr gebremst und kehrt sich dann ins Gegenteil um. Vom Sommer- bis zum Winteranfang haben Tag und Nacht schliesslich die Länge ihrer Dauer vertauscht. War der Tag bei uns am Sommeranfang 16 Stunden lang und die Nacht nur 8 Stunden, ist die Situation zur Zeit der Wintersonnenwende umgekehrt. Die winterlich kurzen Tage sind gerade einmal acht Stunden lang, während sich Winternächte bei uns auf eine maximale Länge von 16 Stunden erstrecken. Mit zunehmendem nördlichem Breitengrad verkürzen sich die Tage im Winter noch mehr und nördlich des Polarkreises (66,5 Grad) geht die Sonne am 22. Dezember gar nicht mehr auf. Nach dem Winteranfang werden die Tage zuerst nur langsam länger, so dass man erst im Februar richtig spürt, dass die Tageslänge wieder deutlich zugenommen hat.

Und die Sonne geht am Morgen viel später auf. (Bilder: Andreas Walker)

Und die Sonne geht am Morgen viel später auf. (Bilder: Andreas Walker)