Die SVP räumt das Feld

WITTENBACH. Eine Woche nach dem ersten Wahlgang fürs Wittenbacher Gemeindepräsidium ist klar: Die SVP tritt am 27. März nicht mehr an. Dass sie dennoch, oder gerade deshalb, eine entscheidende Rolle spielen wird, ist ihr nur zu gut bewusst.

Corinne Allenspach
Drucken
Teilen
CVP oder FDP: Wer nimmt nach Albert Etters Rücktritt Platz auf dem Stuhl des Gemeindepräsidenten? (Bild: Ralph Ribi)

CVP oder FDP: Wer nimmt nach Albert Etters Rücktritt Platz auf dem Stuhl des Gemeindepräsidenten? (Bild: Ralph Ribi)

885 Stimmen weniger als Fredi Widmer (CVP), 494 Stimmen weniger als Georges Gladig (FDP). Das Resultat des SVP-Kandidaten Bruno Brovelli im ersten Wahlgang fürs Wittenbacher Gemeindepräsidium war ernüchternd: 611 Stimmen bei einem absoluten Mehr von 1620 Stimmen.

Partei entscheidend

«Wir hätten ganz klar mehr erwartet», machte SVP-Ortspräsident Reto Eichmann Anfang Woche seiner Enttäuschung Luft. Bei Bruno Brovelli hielt sich diese in Grenzen. «Wenn drei kandidieren, sind halt zwei zu viel», sagte er am Sonntag nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses. Persönlich nimmt er sein bescheidenes Abschneiden nicht. «Zwar reden immer alle davon, es gehe um eine Personenwahl», sagt Brovelli. «Aber am Schluss wählen dann doch viele die Partei.» Und im von der CVP und der FDP dominierten Wittenbach hatte die SVP seit ihrer Gründung 1998 in hohen politischen Ämtern bisher wenig auszurichten.

Abstand war zu gross

Dennoch: Von einem sofortigen Rückzug ihres Kandidaten wollte die SVP nichts wissen. Man wolle sich zuerst besprechen und das Resultat analysieren, hiess es. Nach eingehender Diskussion am runden Tisch hat man sich nun entschieden: Die SVP zieht ihre Kandidatur zurück. «Wäre der Abstand zu den anderen Kandidaten weniger gross gewesen, wären wir nochmals angetreten», sagt Eichmann. Aber so müsse man «realistisch sein». Nur um den Spielverderber zu spielen, müsse man nicht unnötig Zeit und Geld investieren. Die Wahlplakate von Bruno Brovelli wurden denn auch bereits abgeräumt, bis auf jenes an der offiziellen APG-Plakatwand beim Oedenhof.

Vorstand gibt Verantwortung ab

Aber auch wenn die SVP nun das Feld räumt, so wird sie im zweiten Wahlgang trotzdem eine wichtige, wenn nicht die entscheidende Rolle spielen. Ist doch anzunehmen, dass mindestens ein Teil der 611 Bürgerinnen und Bürger, die vergangenes Wochenende für Bruno Brovelli stimmten, auch am 27. März an die Urne gehen. Und wem sollen sie dann die Stimme geben: dem Kandidaten der FDP oder jenem der CVP? «Das soll die Mitgliederversammlung Anfang März entscheiden», sagt Eichmann. Der Vorstand werde höchstens «eine Empfehlung» abgeben. Die volle Verantwortung übernehmen will er indes nicht. Denn: Gehen die Stimmen der SVP nicht vollumfänglich an den Kandidaten der FDP, dürfte die Wahl entschieden sein. Schon vor dem 27. März.

Bild: Corinne Allenspach

Bild: Corinne Allenspach

Aktuelle Nachrichten