Die Suche ist sauber aufgegleist

In Waldkirch ist man emsig auf der Suche nach Kandidaten für das Gemeindepräsidium, das am 26. September neu besetzt wird. Kürzlich wurden dafür Inserate geschaltet. Die Gemeinde investiert in die Suche 30 000 Franken.

Sebastian Schneider
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WALDKIRCH. Mit dem Ende der laufenden Legislatur und nach 26 Jahren Amtszeit wird Franz Müller, Gemeindepräsident von Waldkirch, sein Amt niederlegen und in den Ruhestand treten. Noch bevor er seinen Rücktritt im vergangenen Frühling bekannt gab, hatte sich ein überparteiliches Komitee gebildet, das die Suche nach einer Nachfolge koordiniert. Dass im Hintergrund gearbeitet wird, zeigte sich kürzlich, als im Mitteilungsblatt und im St. Galler Tagblatt Inserate geschaltet wurden.

Externe Fachkraft hilft mit

In den Inseraten wird eine unternehmerische Persönlichkeit mit Führungserfahrung, vornehmlich in den Bereichen Personal und Finanzen, gesucht. Die Stelleninhaberin oder der Stelleninhaber dürfe die «erfreuliche Entwicklung» der «ländlichen, attraktiven und aufstrebenden» Gemeinde an vorderster Front mitprägen. Je nachdem in einem Pensum von 80 bis 100 Prozent. Geschaltet wurden die Inserate von der Wilhelm AG, einem renommierten Personaldienstleister. Ein externer Personalberater sei zum einen zur fachlichen Unterstützung zugezogen worden, heisst es bei der Findungskommission. Diese setzt sich aus Markus Eigenmann von der IG Bernhardzell und den Parteipräsidenten Ivo Iglowstein (CVP) und Konrad Mändli (FDP) sowie SVP-Vizepräsident Paul Scheiwiller zusammen. Der Personalberater wird die Bewerbungen entgegennehmen. Das sei der zweite Grund für den Zuzug des externen Experten. Da die Mitglieder der Findungskommission zugleich Parteivertreter sind, sei es wichtig, dass ein Aussenstehender die Ansprechperson für die Bewerber sei, heisst es weiter. Die Parteivertreter arbeiteten im Hintergrund «kompakt zusammen», weshalb auch kein Presseverantwortlicher bestimmt wurde und niemand namentlich zitiert werden soll.

Suche kostet 30 000 Franken

Ein Personalberater und die Inserate sind nicht ganz gratis. Die Mitglieder der Findungskommission, die selber ehrenamtlich arbeiten, wollen bezüglich Kosten lieber nur ungenaue Angaben machen. Bei der Gemeinde ist dafür der Gesamtbetrag zu erfahren, der für die Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten fürs Gemeindepräsidium gesprochen wurde. «Für das ganze Verfahren stellt die Gemeinde 30 000 Franken zur Verfügung», sagt Gemeindepräsident Franz Müller. Und bei der Findungskommission heisst es, dass ein «massgeblicher Teil» davon in den Personalberater und in die Inserate investiert wurde.

Die Findungskommission hat das Vorgehen klar bestimmt, wie einer Medienmitteilung zu entnehmen ist. Bis Ende Februar werden durch die Wilhelm AG Bewerbungen entgegengenommen. In den Monaten März und April werden sich Bewerber ersten Gesprächen mit den Parteipräsidenten und dem Personalberater stellen. Als nächster Schritt ist im Mai vorgesehen, dass sich die Aspiranten der überparteilichen Arbeitsgruppe Wahlen 2016 (ÜAW2016) stellen. Diese Arbeitsgruppe ist der erweiterte Kreis der Findungskommission, in der auch Vertreter der GLP und des Gewerbe- sowie des Landvereins sitzen. Im Juni können sich die potenziellen Nachfolger Franz Müllers an einer Infoveranstaltung der Waldkircher Öffentlichkeit präsentieren. Danach erfolgt gemäss Mitteilung die Nomination durch die Parteien. Im Juli schliesslich werden die Kandidaten angemeldet. Am Wahlsonntag vom 26. September ist dann die Waldkircher Stimmbürgerschaft am Zug. Die gewählte Person wird ab dem 1. Januar 2017 die Gemeinde führen.

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