Die Sturmschäden beheben

Kaum eingeweiht, setzte ein Sturm dem neuen Schulhaus in Mörschwil übel zu. Das war vergangenen November. Jetzt werden ein Grossteil der Scheiben, Fassadenelemente und Storen ersetzt. Kostenpunkt: Rund 150 000 Franken.

Corinne Allenspach
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MÖRSCHWIL. Die Freude war gross, als das neue Schulhaus Alea in Mörschwil fast ein Jahr später als geplant im Mai 2014 endlich eingeweiht werden konnte. Doch sie währte nicht lange. Nur gerade ein halbes Jahr danach, im November, fegte ein heftiger Föhnsturm durch die Region und beschädigte das nigelnagelneue Schulhaus. Als «zum Brüälä» bezeichnete Schulleiter Emil Wick die arg zerkratzten Scheiben und Fassadenelemente am Morgen nach dem Sturm (Tagblatt vom 6. November 2014). Trotz eingebauten Sensors fuhren die Lamellenstoren nicht automatisch hoch, wie sie es eigentlich bei Wind hätten tun sollen. So wurden sie zerfetzt und scheuerten die ganze Nacht lang an Fassade und Scheiben.

Polieren könnte Glas sprengen

«Metall auf Glas ist nie gut», sagt der Montageleiter der Glas Trösch AG, Rolf Niederdorfer, dem der Anblick der zerkratzten Scheiben auch weh tut. Die St. Galler Firma ersetzte vergangene Woche auf der West- und Ostseite des Schulhauses 11 von insgesamt 24 Scheiben. Bei einer Grösse von je rund 3,7 auf 1,9 Metern und 300 Kilogramm kein leichtes Unterfangen. Zumal die Scheiben – Sicherheitsglas mit Sonnenschutz – mit Hilfe eines Krans leicht gekippt werden mussten, um sie von innen her einsetzen zu können, da die Fensterrahmen kleiner sind als die Scheiben. Hätte man die Kratzer nicht einfach polieren können? Darüber habe man mit den Fachleuten auch diskutiert, sagt Schulleiter Emil Wick. «Aber die Spannung, die beim Polieren entsteht, könnte das Glas zum Bersten bringen.»

Schule übernimmt Selbstbehalt

In einem zweiten Schritt kommen nun die Fassadenbauer zum Einsatz. Die am stärksten zerkratzten Fassadenelemente aus Metall werden ebenfalls ausgewechselt. Das ist laut Wick der teuerste Posten. Dazu muss das Schulhaus erneut eingerüstet werden. Zum Schluss werden dann noch alle kaputten Storen ersetzt. «Wir hoffen, dass alle Arbeiten bis Ende Sommerferien abgeschlossen sein werden», so Wick.

Er ist froh, dass der Fall bald erledigt ist. Wenigstens sei der finanzielle Schaden für die Schule klein. Die Schadensumme von rund 150 000 Franken übernimmt die Gebäudeversicherung, für die Schule bleibt einzig der Selbstbehalt. Auf den Rest, die monatelangen Umtriebe und die zusätzliche Erfahrung, hätte man aber gerne verzichten können.

Läden bleiben jetzt nachts offen

Auch wenn Alea bald wieder makellos aussehen wird, wie es sich für ein neues, rund 7,5 Millionen Franken teures Schulhaus gebührt, bleibt doch ein gewisses Unbehagen. «Die Ursache, warum der Sensor trotz starken Winds nicht reagiert hat, ist immer noch unklar», sagt Wick. Zwecks Schadensbegrenzung montierten die Hauswarte nach dem Sturm sofort alle defekten Storen ab. Bei den noch intakten wurde der Windmesser anders eingestellt, damit die Storen schon bei weniger Wind hochfahren. Aus Energiespargründen waren die Läden bis zur Sturmnacht jeweils zwischen 18 und 7 Uhr automatisch geschlossen worden. Darauf werde man künftig verzichten, sagt Wick, um erneute Schäden zu verhindern. Ausserdem überlege man, ob noch zusätzliche Windwächter auf dem Schulhausdach montiert werden sollen.

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